Richtig lesen und schreiben auf Deutsch

Speaker 1 (01:24)

Ja, moin Leute, heute plappere ich mal wieder ein bisschen alleine. Heute habe ich mal keinen Gast hier bei mir im Podcast, denn es geht heute um ein Thema, mit dem ich mich selber sehr, sehr gut auskenne, nämlich das Lesen und das Schreiben. Einige von euch wissen ja vielleicht, dass ich lange Zeit als Journalist gearbeitet habe. Und ja, wo, wenn nicht dort, kommt man mit diesen Themen am ehesten in Berührung? Das heißt, ich habe dort einfach unheimlich viele, viele Texte lesen müssen, habe viel gelernt über den Aufbau von Texten und worauf man wirklich zu achten hat, wenn man einen guten Text schreiben möchte. Ja und deswegen werde ich euch heute einiges zu diesem Thema erzählen. Also was ist wichtig beim Lesen? Wie kann man oder wie kann das Lesen die Fortschritte im Deutschlernen oder im Sprachenlernen generell beschleunigen? Und worauf solltet ihr achten, wenn ihr einen guten Text schreiben müsst? Was natürlich immer davon abhängt, an wen ihr diesen Text richtet. Ja, aber dazu erzähle ich euch gleich noch ein bisschen mehr.

Speaker 1 (02:40)
Erst mal eins vorweg: Selbst wenn ihr lieber fernseht als zu lesen, was ja bei vielen Leuten vorkommen soll und selbst wenn ihr eigentlich nie auf Deutsch schreiben müsst, ich rate euch trotzdem, euch diese Folge anzuhören. Denn sowohl das richtige Lesen als auch Schreibübungen können dazu beitragen, euer Deutsch enorm zu verbessern und auch das Sprechen. Also wenn ihr immer noch nicht richtig flüssig Deutsch sprechen könnt, dann hört euch diese Folge unbedingt an, denn es geht hier nicht nur darum, dass ihr besser schreiben lernt oder besser lesen lernt, richtig lesen lernt, sondern ihr werdet feststellen, dass das Lesen und auch das Schreiben wirklich auch dafür sorgen können, dass ihr sicherer im Umgang mit der gesprochenen Sprache werdet. Also das ist definitiv ein ganz entscheidender Faktor in eurer Lern-Routine oder in eurem Lernprozess.

(03:40)
Bevor wir jetzt so richtig reingehen ins Thema, würde ich euch gerne noch mal um eure Unterstützung bitten. Ihr kennt das vielleicht. Ich brauche einfach gute Bewertungen für diesen Podcast. Ich brauche eure Unterstützung. Also bewertet mich. Egal wo ihr diesen Podcast hört, bei Spotify, bei iTunes, gebt mir eine Fünf-Sterne-Bewertung, schreibt mir gerne einen Kommentar bei iTunes und folgt auch meinem Podcast! Das hilft mir einfach wirklich an Reichweite zu gewinnen und diesen Podcast für euch weiterhin machen zu können.

(04:17)
Ja, so das noch als kleiner Hinweis. Ansonsten widmen wir uns jetzt wirklich dem Thema Lesen, dem Thema Schreiben. Also wir fangen erst mal an mit der Frage: Wofür ist es eigentlich wichtig, problemlos deutsche Texte zu lesen oder generell fremdsprachliche Texte zu lesen? Also die Leute, die zu mir ins Coaching kommen, die haben oft ganz unterschiedliche Motivationen. Viele sagen, sie brauchen ein besseres Leseverstehen für die Arbeit, weil sie dort täglich mit verschiedenen Texten zu tun haben. Viele wollen einfach problemlos ein Buch in der Freizeit lesen oder einfach Zeitungen lesen können, um das aktuelle Tagesgeschehen in Deutschland besser begreifen zu können. Klar ist auf jeden Fall: Wer beruflich lesen muss, der kommt sowieso nicht drum herum, sicher im Lesen zu sein oder sicher im Lesen zu werden. Deswegen, die beste Übung ist es im Prinzip wirklich, jeden Tag einfach eine Routine zu entwickeln. Das heißt, euren Lernprozess anzukurbeln, indem ihr viele Bücher, viele Zeitungen lest. Vorzugsweise das, was ihr eben auch auf der Arbeit braucht, also zu Themen, die ihr auf der Arbeit braucht.

Speaker 1 (05:32)
Wichtig ist, dass ihr euch ein Buch sucht oder egal, einen Text sucht, der euch auch in der Muttersprache interessieren würde. Das heißt, kauft euch kein Buch zu einem Thema, dass euch im Prinzip egal ist, nur weil ihr glaubt, dass ihr das Vokabular braucht oder dass es ein Thema ist, mit dem ihr euch auskennen solltet. Nein, ganz wichtig ist einfach, es sollte wirklich interessant für euch sein. Ihr solltet wirklich Spaß daran haben und es auch in eurer Muttersprache lesen wollen, denn ihr wisst, dadurch macht ihr einfach die besten, die größten Fortschritte. Die Frage ist natürlich jetzt auch: Wie hilft euch das Lesen wirklich beim Sprachenlernen? Das ist immer ein bisschen abhängig davon, ob ihr ein auditiver oder visueller Typ seid. Ja, der auditive Typ, der hört lieber Hörbücher. Und so weiter und entwickelt sich dabei eben auch ein bisschen mehr, als wenn er liest. Visuelle Typen haben einfach größere oder machen größere Fortschritte beim Lesen. Generell gilt aber Egal ob ihr der eine oder andere Typ seid, ihr werdet trotzdem durch das Lesen Fortschritte machen und euch weiterentwickeln.

Speaker 1 (06:49)
Denn das Lesen verbessert generell euer strukturelles Sprachverständnis. Das Lesen verbessert, hilft euch, euren Wortschatz zu verbessern. Also Ihr werdet neue Vokabeln lernen. Ich denke, das habt ihr schon oft genug festgestellt. Und das Lesen ist eben auch die Grundlage für gutes Schreiben. Darauf komme ich aber später, im zweiten Teil dieses Podcasts oder dieser Folge noch mal zu sprechen. Das ist ganz wichtig. Und, wie ich in der Einleitung schon gesagt hatte, auch euer Sprechen wird durch das Lesen besser, weil diese Sätze, diese Satzteile, bestimmte Wörter sich einfach besser einprägen und ihr sie dann automatisch abrufen könnt, wenn ihr sie im Gespräch braucht. Je nachdem, wie gut sie schon in eurem Kopf sind, wie gut sie schon, wie gut ihr euch sie schon eingeprägt hat. Also auch fürs Sprechen ist das Lesen eine ganz wichtige Voraussetzung oder ein ganz hilfreicher Faktor.

(07:50)
Wichtig ist eben, richtig zu lesen. Also richtig, richtig lesen. Was heißt das jetzt? Entscheidend ist vor allem, wenn ihr jetzt euer interessantes Buch habt, dass ihr etwa 70 Prozent von dem Inhalt versteht. Das heißt, ihr müsst nicht alles verstehen. Das ist ziemlich ausgeschlossen, wenn ihr euch ein Buch kauft, das eigentlich für Muttersprachler geeignet ist oder das sich an Muttersprachler richtet. Ihr werdet nicht 100 Prozent verstehen und das ist vollkommen normal. Ihr sollt ja auch immer ein bisschen einen Raum für Verbesserungen haben oder einen Raum lassen, in dem ihr wirklich noch dazulernen könnt. Deswegen, mindestens 70 Prozent. Ja und “mindestens”, das ist in diesem Fall ein wichtiger Begriff, denn wenn ihr weniger als 70 Prozent versteht, dann wird es euch sehr schwer fallen, Fortschritte zu machen und auch Interesse oder Begeisterung für dieses Buch zu haben und aufrechtzuerhalten. Also, wenn ihr jedes zweite Wort nachschlagen müsst oder übersetzen müsst und wenn ihr eben ganz viel, selbst im Kontext, nicht versteht, dann werdet ihr schnell frustriert sein und einfach keinen Spaß haben. Und das hemmt eure Lernfortschritte.

(09:10)
Und dann solltet ihr versuchen, euer Buch oder euren Text nicht so zu lesen wie ein muttersprachliches Buch. Also lest es nicht von vorne bis hinten einmal durch, sondern teilt euch dieses Buch in Abschnitte ein bzw. wiederholt die einzelnen Seiten, die einzelnen Kapitel. Nehmt euch einen Textmarker, einen farbigen Textmarker, mit dem ihr euch Wörter oder einzelne Passagen und Sätze markieren könnt, bestimmte Ausdrücke, bestimmte Redewendungen oder auch grammatikalische Phänomene, die ihr nicht ganz versteht oder die ihr einfach wiederholen müsst, so dass ihr wirklich in diesem Buch mehrmals nachblättern, nachschlagen könnt und immer mal wieder diese farblichen Markierungen lesen könnt. Das hilft euch enorm dabei, einfach eure Problembereiche zu wiederholen und das, was ihr nicht versteht, im Kopf abzuspeichern. Das ist ein ganz, ganz entscheidender Faktor. Also wirklich mehrmaliges Lesen wiederholt einzelne Kapitel, wiederholt einzelne Seiten und steigert so euren Wortschatz und euer strukturelles Verständnis.

(10:24)
Was auch hilft und was natürlich dann auch wieder auf einen anderen Bereich abzielt, nämlich die Aussprache, wäre es, laut zu lesen. Zwischendurch einfach mal eine Seite laut zu lesen. Ihr könnt euch dann dieses Lautlesen auch mal auf dem Handy aufnehmen, das heißt eure eigene Stimme auf dem Handy aufnehmen und es euch später anhören. Das ist ein kleiner Tipp nebenbei. Es hilft einfach wirklich dabei, die Aussprache ein bisschen im Blick zu behalten und sie im besten Fall dann natürlich auch zu verbessern, weil man eigene Fehler schneller erkennt.

Speaker 1 (11:02)
Sinnvoll ist es auch immer, die Kombination, also ein Buch in Kombination mit dem Hörbuch zu kaufen. Das mache ich auch immer. Ich kaufe mir dann ein Hörbuch bzw. das Buch, was ich lesen möchte als Buch zum Anfassen, als richtiges Buch und noch ein Hörbuch dazu, sodass ich die Passagen immer abwechselnd lesen und hören kann. Das heißt, ich nehme mir beispielsweise Kapitel acht und Kapitel acht lese ich erstmal, markiere mir alle unbekannten Wörter und höre sie dann nochmal im Hörbuch. Das ist eine super Variante, um wirklich beide Seiten, das Hören und das Lesen gleichermaßen zu trainieren.

(11:46)
Und wenn ihr einen Text lest, zum ersten Mal lest, versucht auch immer nicht sofort alles zu übersetzen, was ihr nicht könnt oder was ihr nicht kennt, sondern versucht erst einmal diese, den Inhalt oder die Handlung im Kontext zu verstehen. Dass ihr erst dann übersetzt, wenn ihr, wenn ihr wirklich das zweite oder dritte Mal lest und die einzelnen Wörter die unbekannten Begriffe immer noch nicht genau übersetzen oder verstehen könnt. Oder wenn euch das Verstehen im Kontext einfach Schwierigkeiten bereitet, dann könnt ihr übersetzen. Aber das erstmalige Verstehen im Kontext hilft euch einfach generell dabei, so eine Art eigene Vorstellung davon zu entwickeln, was die Wörter bedeuten könnten. Und dann prägen sie sich auch länger ein.

(12:42)
So. Das erst mal zum Lesen. Das ist eine ganze Menge. Versucht es einfach mal, versucht, probiert diese einzelnen Techniken aus, wenn ihr das nicht schon längst tut. Und dann versucht wirklich auch diese, dieses strukturierte Lesen in euren Lern-Alltag einzubauen. Also entwickelt Routinen, das sage ich ja immer wieder. Versucht wirklich, morgens eine halbe Stunde dieses strukturierte Lesen durchzuführen. Zwei, drei Tage die Woche. An den anderen Tagen macht ihr eben andere Dinge. Aber, dass ihr wirklich dieses, diese Lese-Routine in euren Lernprozess einbaut, das wird euch definitiv enorm helfen.

(13:22)
Ja und ansonsten kommen wir jetzt einfach mal zum Thema Schreiben. Zum zweiten Teil dieser Folge. Das Thema Schreiben ist natürlich auch eine ganz wichtige Sache, nicht nur für die, die täglich auf der Arbeit schreiben müssen, sondern auch generell, um seine sprachlichen Fähigkeiten einfach zu verbessern. Grundlegend, ich hatte ja schon gesagt, viel lesen hilft, wenn man gut schreiben will. Also müsst ihr besser schreiben? Müsst ihr wirklich gut schreiben lernen?Dann lest verdammt viel! Schnappt euch Bücher, Texte, Zeitungen, alles Mögliche! Lest, lest, lest! Ganz wichtig. Das ist die absolute Grundlage. Es ist ähnlich wie beim Sprechen, wenn ihr besser sprechen wollt, müsst ihr mehr hören. Oder wenn ihr eure Aussprache verbessern wollt, müsst ihr mehr hören. Das ist ganz, ganz entscheidend.

(14:14)
Und auch hier: Wer beruflich viel schreiben muss, also Emails, Protokolle, Berichte usw, der muss es ja sowieso können, der muss es ja sowieso üben. Also da führt kein Weg dran vorbei. Denn ihr wisst vielleicht aus eigener Erfahrung, ich hoffe nicht, Rechtschreibfehler, Grammatikfehler, das kommt bei Chefs und Kunden überhaupt nicht gut an. Die nehmen euch dann gleich viel weniger ernst, wenn ihr diese Fehler in beruflichen Texten einbaut. Deswegen ist es wichtig, das zu trainieren. Ähnlich ist es im Studium. Auch da müsst ihr natürlich eine gewisse Sicherheit im Schreiben vorweisen können.

Speaker 1 (15:01)
Und auch wenn ihr nicht täglich schreiben müsst, auch wenn es jetzt nicht wichtig für euren beruflichen Kontext ist, es hilft euch einfach Fortschritte zu machen. Hatte ich jetzt schon mehrmals gesagt. Also es prägt sich wirklich alles deutlich besser ins Gehirn ein, wenn ihr es aufschreibt. Wichtig ist in dem Kontext “schreiben”, wenn wir von Schreiben reden, dann meinen wir oder dann meine ich schreiben mit der Hand. Also nicht am Computer, nicht digital, sondern wirklich mit der Hand. Das Schreiben mit dem Stift, das ist ein super Training, auch ein super Erinnerungs-Training für unser Gehirn. Und das meiste was wir schreiben verbessert sich oder noch anders gesagt, wenn wir etwas schreiben, verfestigt sich das besser im Gehirn, als wenn wir sprechen. Also versucht auch bei gewissen Schreibübungen diese Sätze, die ihr dort schreibt, einfach oft zu wiederholen. Also kauft euch beispielsweise ein kleines Notizbuch, in dem ihr täglich oder alle zwei Tage so ein paar Sätze oder kleinere Texte eintragt und die vielleicht auch immer mal wieder aufschreibt, also neu aufschreibt. Ja, diese Wiederholungs-Übung wird euch einfach dabei helfen, gewisse Dinge nicht zu vergessen und länger im Kopf zu behalten.

(16:26)
So, was macht denn jetzt überhaupt einen guten Text aus?

(16:30)
Also die Fragen, die euch dafür stellen müsst, sind: Um welchen Bereich geht es? Wer ist der Adressat oder was ist die Zielgruppe? Soll es ein formeller oder ein informeller Text sein? Soll es lustig oder ernst sein? Das ist ganz entscheidend. Also, bevor ihr den ersten Buchstaben zu Papier bringt, macht euch wirklich Gedanken, was wollt ihr erreichen? Was wollt ihr sagen? Was ist das Ziel eures Textes? Der ganze Text wird von dieser entscheidenden oder von diesen entscheidenden Fragen abhängen. Macht euch also so ein bisschen eine Struktur im Kopf. Ihr könnt euch auch, bevor ihr den richtigen Text schreibt, einige Stichpunkte machen. Die meisten Texte sind irgendwie in Einleitung, Hauptteil und Schluss gegliedert. Das heißt, macht dem Leser erst mal klar, was überhaupt das Thema ist. Im Hauptteil werdet ihr dann argumentieren, diskutieren und am Schluss werdet ihr ein Fazit ziehen. Das betrifft natürlich nicht jeden Text. Das kann man natürlich nicht auf eine Email anwenden oder zumindest nicht in so großem Umfang. Aber in den meisten Texten gibt es Einleitung, Hauptteil und Schluss.

(17:43)
Ja, und was ist jetzt das Wichtigste bei einem guten Text?

(17:47)
Ganz einfach: dass der Leser dranbleibt. Also, dass er keine Mühe hat, den Text zu lesen, weil er voll von Fehlern oder verwirrenden Sätzen ist oder weil er langweilig ist. Und als guter Schreiber ist es eure Aufgabe, das Interesse des Lesers eben einfach hoch zu halten. Das ist das Ziel eines Textes, dass der Leser dranbleibt. Und was müsst ihr nun dafür tun? Also klar ist, ich habe es schon gesagt, vermeidet Rechtschreibfehler, vermeidet Grammatikfehler. Im Text habt ihr ja generell mehr Zeit zu überlegen, also ist es auch einfacher, solche Fehler zu vermeiden. Das heißt, lest den Text immer zweimal oder lest den Satz immer noch zwei, dreimal, um sicherzugehen, dass dort keine Fehler entstehen. Als Hilfe könnt ihr auch die App DeeL benutzen. Die hilft so ein bisschen bei Text-Übersetzung. Es ist ein sehr guter Text Übersetzer und wird euch helfen, gewisse Fehler auch zu vermeiden, gewisse Dinge richtig zu schreiben, auch wenn ich sagen muss, dass auch DeepL nicht immer fehlerfrei ist. Trotzdem das als kleine Hilfestellung. Ja, und um Rechtschreibfehler und Grammatikfehler zu vermeiden, ich habe es jetzt schon mehrmals gesagt, müsst ihr natürlich viel lesen, damit ihr wisst, wie die Wörter richtig geschrieben werden. Eine super Übung um um die Schreibfähigkeit zu verbessern sind auch Transkriptionen. Also, ihr hört ein Audio und schreibt auf was ihr hört. Auch das hilft euch wirklich, eure Schreibfähigkeiten, euer Schreibvermögen zu verbessern.

(19:26)
So, was ist noch wichtig für einen Text, der den Leser interessiert? Schreibt mehr im Aktiv! Verwendet mehr das Aktiv und nicht so viel das Passiv. Das ist immer attraktiver für den Leser, wenn er merkt, dass eine aktive Handlung stattfindet, wenn immer ein Subjekt im Satz enthalten ist. Ansonsten beantwortet natürlich zu Anfang immer die W-Fragen. Also, wo findet die Handlung statt? Wer macht es? Was passiert? Wann findet die Handlung statt? Und wie bzw. warum passiert es? Also beantwortet wirklich diese W-Fragen, um dem Leser von vornherein einen guten Überblick über den Inhalt des Textes zu geben. Damit wird er dann auch wissen, was er von diesem Text zu erwarten hat und wird sich auf das, was noch kommt, viel besser einstellen können.

(20:21)
Der nächste Tipp: schreibt lebendig! Ja, das ist auch wieder von der Textform abhängig und vom Adressaten. Aber generell gilt: Ihr solltet gute, ausdrucksstarke Verben verwenden, treffende Adjektive, aber auch nicht zu viele Adjektive. Also macht es lieber einfach und nicht zu kompliziert. Und dann malt Bilder mit eurer Sprache. Also versucht wirklich, das, was ihr sagen wollt, nicht nur zu sagen, sondern bildhaft darzustellen. Kleines Beispiel: Ihr könnt entweder sagen: Der Anblick des Sonnenuntergangs war schön, denn der Himmel war rot. Es ist ein guter Satz, aber im Endeffekt kann sich der Leser nicht sehr viel darunter vorstellen. Er hat kein richtiges Bild im Kopf. Ihr könntet stattdessen sagen: Als die rote Sonne in der Ferne im Meer versank, schien es, als hätte sie den Himmel für kurze Zeit in Flammen gesetzt. Das wäre jetzt zum Beispiel ein Satz, bei dem der Leser wirklich ein richtiges Bild im Kopf hat. Er kann sich diesen roten, feuerroten Himmel wirklich sehr, sehr gut vorstellen. Ja, das meine ich mit Bilder malen. Das ist ganz wichtig dafür, dass der Leser dran bleibt.

(21:39)
Versucht auch immer so ein bisschen eine kleine Geschichte zu erzählen. Denn Geschichten bleiben natürlich im Kopf. Klar, in einer Email eine Geschichte zu erzählen oder ein tolles Bild zu malen ist natürlich nicht unbedingt notwendig oder meistens sogar störend, weil da will man ja gewisse Dinge viel schneller auf den Punkt bringen. Da geht es dann natürlich um andere Sachen, mehr um Rechtschreibung, mehr um formelle Dinge. Einfach darum, dass ihr kurz und prägnant euch ausdrücken könnt. Aber wie gesagt, in vielen anderen Textformen ist es einfach schön, den Leser durch solche Bilder, durch solche kurzen Momente, durch kleine Geschichten einfach im Text zu behalten. Deswegen: Regt immer die Vorstellungskraft des Lesers an!

(22:30)
Und, auch das sage ich immer wieder zu meinen Kunden im Coaching: Schreibt kürzere Sätze! Leute, das ist ganz, ganz wichtig. Schreibt wirklich nicht zu lange Sätze. Viele Sprachenlerner glauben, dass es sich besser anhört, wenn die Sätze möglichst schön lang und kompliziert geschrieben sind. Aber damit tut ihr weder euch einen Gefallen noch dem Leser. Denn einerseits werdet ihr dadurch viel mehr Fehler machen, weil ihr einen Hauptsatz und noch einen Nebensatz und noch einen Nebensatz reinbringt und verschiedene Konjunktionen benutzen müsst und am Ende des Satzes gar nicht mehr wisst, wie der Satz angefangen hat. Also das wird die Wahrscheinlichkeit für Fehler deutlich steigern. Und auf der anderen Seite wird der Leser ähnliche Probleme haben, diesen Satz zu verstehen. Weil, wenn der Satz über drei Zeilen geht, weiß der Leser am Ende nicht mehr, was in der ersten Zeile geschrieben wurde. Also macht es euch einfacher! Lieber kurze, prägnante Sätze als lange, komplizierte Sätze. Und das wird euch, euch und dem Leser helfen. Also es ist einfach viel besser für den Lesefluss.

(23:43)
Und dazu muss ich auch sagen: Verwendet öfter Wendungen der Meinungsäußerung und Wendungen der Argumentation! Ja, also “ich bin der Meinung, dass”, “meiner Ansicht nach”, “es ist klar, dass”, “auf der einen Seite… Auf der anderen Seite”, “einerseits… andererseits”. Also all diese Wendungen sind eben wichtig, damit der Leser wirklich klar merkt, okay, ihr sprecht hier wirklich von eurer persönlichen, subjektiven Meinung bzw. ihr vergleicht hier gewisse Dinge miteinander. Also das sind ganz wichtige Faktoren, die einfach wichtig für den Lesefluss sind und dem Leser helfen, in der Geschichte zu bleiben. Und natürlich braucht ihr auch viele verbindende Satzelemente. Also zum Beispiel des Weiteren, außerdem, darüber hinaus. Oder Gegensätze markieren: obwohl, trotzdem. Also diese Dinge sind einfach wichtig. Ähnlich wie diese Wendungen der Meinungsäußerungen. Der Leser möchte durch den Text geführt werden. Er möchte wissen, dass der eine Satz mit dem anderen verbunden ist, dass dort ein Gegensatz besteht, dass dort Widersprüche herrschen oder dass alles einen roten Faden hat, also ein roter Faden. Das bedeutet wirklich, dass von vorne bis hinten eine klare Linie des Textes oder der Handlung zu erkennen ist. Das ist ganz entscheidend. Also versucht einfach wirklich, diese Wendungen mit in eure Texte einzubauen.

(25:16)
Und als abschließender Tipp: Schreibt nicht so, wie ihr sprecht! Das heißt, ihr habt wirklich Zeit, wenn ihr Texte schreibt. Also in den meisten Fällen. Bei einer Email vielleicht nicht immer, aber in den meisten Fällen habt ihr Zeit, wenn ihr Texte schreibt. Mehr Zeit zumindest als beim Sprechen, wo ihr spontan reagieren müsst. Das heißt, nehmt euch diese Zeit auch! Schreibt nicht das auf, was ihr sagen würdet, sondern versucht wirklich ein bisschen abwechslungsreicher zu schreiben. Versucht nicht, drei Sätze hintereinander mit dem gleichen Wort zu beginnen. Und wenn ihr euch jetzt wieder fragt, okay, wie muss ich jetzt schreiben, damit ich nicht so schreibe, wie ich spreche? Lest! Lest, lest, lest! Dann werdet ihr wirklich automatisch verstehen, automatisch verstehen, wie ihr schreiben müsst. Also, das Lesen ist die Grundlage fürs Schreiben und das Lesen und das Schreiben werden euch helfen, euer Deutsch zu verbessern. Glaubt mir! Tut es, versucht es!

(26:14)
Nutzt auch das Schreiben für eure Lern-Routine. Das heißt, macht Transkriptionen. Schreibt einfach kleine Geschichten auf. Warum nicht? Ihr müsst ja keinen Anspruch als Schriftsteller stellen, nur weil ihr ein paar kleine Kurzgeschichten aufschreibt. Schreibt aus Spaß, schreibt kleine Tagebucheinträge auf Deutsch. Zum Beispiel, führt ein Tagebuch auf Deutsch. Das mache ich in Fremdsprachen auch. Also hin und wieder schreibe ich kleine Anekdoten aus meinem Alltag auf Spanisch, Italienisch oder Französisch, einfach um das Schreiben in dieser Sprache zu trainieren und ihr werdet feststellen, wenn ihr das macht, dann verbessert sich auch Stück für Stück euer Wortschatz, weil ihr immer wieder neue Wörter nachschlagen müsst, um genau das auszudrücken, was ihr möchtet. Und das hilft euch im Endeffekt wieder, euren Wortschatz zu erweitern. Und der Unterschied zum Sprechen ist ja ganz, ganz klar: Beim Sprechen habt ihr nicht die Zeit, Wörter zu übersetzen, da müsst ihr Umschreibungen verwenden. Beim Schreiben könnt ihr das mit dem Übersetzen machen. Darüber habe ich ja in der vergangenen, nein in der Folge davor mit Benjamin gesprochen. Dass solche Übersetzungen beim Schreiben auch sehr, sehr hilfreich sein können. Man hat eben die Zeit, wirklich genau das zu schreiben, was man schreiben möchte und kann deswegen wirklich sich die Zeit nehmen, diese Übersetzungen ganz genau nachzuschlagen und sie dann eben auf Papier zu bringen. Also macht das, baut das in eure Routine mit ein. Das Lesen sowie auch das Schreiben. Kleine Geschichten, Transkriptionen, Tagebucheinträge. Und habt Spaß daran! Ja, habt wirklich Spaß daran. Und seht das nicht als lästige Pflicht, sondern als Teil eures, eures Prozesses, eures Prozesses einfach besser zu werden und zu lernen, dazuzulernen.

(28:15)
Ja, Leute, und wenn ihr jetzt wirklich sagt, ihr möchtet unbedingt, schnellstmöglich eure Schreibfähigkeiten verbessern und ihr braucht das Schreiben jetzt ganz dringend für die Arbeit, weil ihr dort viele Texte bearbeiten oder schreiben müsst, für Kunden oder für die Kollegen oder für den Chef oder wenn ihr vielleicht auch eine ganz andere Motivation habt, aber einfach sagt, ich brauche das jetzt, ich muss das können, dann schreibt mir einfach mal eine Nachricht! Dann können wir mal darüber reden, was ihr erreichen wollt, was eure Ziele sind. Und dann können wir individuell über eure Vorstellungen reden und einen Plan machen, wie wir das zusammen umsetzen und verbessern können. Ihr wisst ja, ich biete ein Deutsch-Coaching an und dieses Coaching besteht nicht nur aus sprechen, sondern dieses Coaching ist individuell auf euch anpassbar. Das heißt, ich kann genau nach euren Vorstellungen und Interessen und Bedürfnissen dieses Coaching gestalten. Und wenn euer Thema nun mal das Schreiben ist oder unter anderem das Schreiben ist, dann werde ich euch da auf jeden Fall mit meinen Vorerfahrungen, mit meinen Kenntnissen, die ich ja im Bereich Journalismus genug erworben habe, in den vergangenen Jahren, helfen können. Ja, also kommt gerne auf mich zu, schreibt mir eine Nachricht über Instagram oder über meine Website. Die Links findet ihr wie immer in der Folgenbeschreibung. Und dann bewertet mich, ich habe es schon gesagt, lasst mir eine kleine Bewertung da! Falls ihr Fragen zur Folge habt, dann stellt sie mir auch gerne bei Instagram! Und ansonsten Leute, habt eine richtig schöne Restwoche! Wir hören uns hoffentlich in der nächsten Folge wieder in der 20. Folge von Deutsches Geplapper in zwei Wochen. Bis dahin wünsche ich euch eine richtig schöne Zeit. Genießt das Leben, seid lieb zueinander und macht’s gut. Bis bald. Ciao!

 

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By |2022-05-25T12:00:59+02:00May 11th, 2022|Transkripte|2 Comments

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2 Comments

  1. David 11. May 2022 at 21:05 - Reply

    Danke sehr für diesen Podcast und deine engagierten Bemühungen.
    Mit freundlichen Grüßen.

    • Flemming Goldbecher 17. May 2022 at 10:10 - Reply

      Danke für dein Feedback :-D

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