Schneller Deutsch lesen, mehr verstehen – Teil 2

Speaker 2 (34:48)
Ja und die dritte Sache, auf die ich noch hinweisen darf, ist ist das Mitsprechen. Also viele Menschen kennen das. Und gerade in der in deiner Hörerschaft, wo es darum geht, in einer neuen Sprache zu lesen, dann ist das eigentlich auch für das Gehirn durchaus hilfreich. Ich sehe ein Wort und ich sage es mir nochmal, dann habe ich quasi zwei Impulse, die das noch, noch genauer, noch deutlicher machen. Aber je besser ich in einer Sprache unterwegs bin und vor allem, die meisten, die, ich überspitze jetzt mal, die beruflich nach Deutschland gekommen sind, die Sprache lernen, die bewegen sich in ihrem beruflichen Umfeld mit immer wieder den gleichen Wörter. Sind immer wieder, weil sie im Job arbeiten. Die haben ihre Fachgebiete und da kommen die gleichen Begriffe immer wieder. Das heißt, die sind immer bekannter, immer vertrauter und dann brauche ich irgendwann mal sie nicht mehr zu hören wie mein Stoppschild. Ich muss das nicht mehr, mir nicht vorsprechen. Das Problem ist nur, solange ich langsam lese, wird das Gehirn immer mitquatschen. Einfach nur deshalb, weil es verzweifelt ist. Eigentlich will das Gehirn mit 800 bis 1000 Wörtern pro Minute arbeiten, aber das normale Durchschnittslese-Tempo ist irgendwo um die 200. Das heißt, du bist nur zu einem Viertel ausgelastet und aus purer Verzweiflung des Gehirns denkt sich das Gehirn okay, ich habe ja noch 3/4 Kapazität frei, also quatsch einfach mal mit. Aber was, das zweite ist natürlich, die Gedanken schweifen ab. Ich weiß nicht, wie es dir früher gegangen ist, aber wenn man langsam liest, ist das häufig so, dass dann immer die Einkaufsliste, der Fahrplan der S-Bahn oder was auch immer noch mal einem in den Kopf kommt. Und plötzlich ist man weg vom Lesen und man muss noch mal lesen, weil man nichts mitbekommen hat.

Speaker 1 (36:42)
Genau. Ja, vor allen Dingen, wenn es jetzt, also das hängt natürlich vom Text ab, wenn jetzt trockene, trockene Berichte oder irgendwelche wissenschaftlichen Abhandlungen sind, dann ist das natürlich noch so ein bisschen schwieriger im Thema zu folgen. Dann schweift das Gehirn noch schneller ab. Ja, aber man hat ja bei schwierigen Texten ohnehin noch mehr das Bedürfnis, es möglichst langsam, langsam zu lesen, weil man denkt, dadurch alles besser erfassen zu können.

Speaker 2 (37:10)
Und das ist genau das Falsche. Das ist, instinktiv kommt es einem richtig vor. Aber fürs Gehirn ist es genau das Falsche. Man tut genau das Umgekehrte. Und deswegen, wenn man das zusammenfassen will, dann kann man nur den Leuten empfehlen, erstens: Vorwärts, bleib in der Logik des Autors, damit du ihm folgst! Zweitens: Liest nicht Wort für Wort. Versuch mal zu gucken, ob du mal Wortgruppen findest, besser Wortgruppen als Einzelwörter. Und der dritte Punkt ist einfach mal, gib mal bewusst Gas! Versuch mal bewusst auf Tempo zu setzen. Ich weiß nicht. Kennst du Pomodoro-Technik. Wahrscheinlich? Wenn man sich so selber die Uhr setzt und sagt, die Aufgabe mache ich in fünf Minuten fertig. Und dann klingelt die Uhr.

Speaker 2 (37:55)
Ja, ja, ja!

Speaker 2 (37:56)
Das machen wir sogar mit unseren Kids, dass, nicht ich, sondern die Lehrerin hat das empfohlen zu sagen, damit die zügig ihre Aufgaben erledigen, für diese Hausaufgabe 20 Minuten, da wird die Küchenuhr gestellt und dann sollen sie fertig werden. Und wenn man sich selber ein bisschen vorwärts orientierter und ein bisschen Gas gibt, dann ist man fokussierter. Wenn man weiß, ich habe viel Zeit, ich meine, hast ein Projekt mit Abgabefrist in zwei Wochen oder in zwei Tagen. Wann gehst du effektiver und effizienter vor? Also ich will jetzt nicht auf Stress hinaus, sondern einfach nur bewusst sich machen, das sich Zeit lassen bei Verarbeitung von Informationen fürs Gehirn nicht vorteilhaft ist.

Speaker 1 (38:38)
Hmmm. Genau. Ja. Also. Das sind definitiv jetzt auch drei Techniken, wie wir gesagt haben, die man, die jeder so ein bisschen zu Hause schon versuchen kann, ausprobieren kann. Im Kurs gibt es noch ganz viele weitere Hinweise. Richtig, richtig gute Übungen, die mir dabei geholfen haben, mich deutlich zu verbessern und meine Effective Reading Rate deutlich zu steigern. Ich kann nur sagen, ich bin mega froh, diesen Kurs gemacht zu haben. Wie ich in der Einleitung schon meinte. Und du hast mich ja begleitet. Wie würdest du denn jetzt meine Fortschritte einschätzen? Ist das so etwas, ist das im Durchschnitt? Ist das besser? Ist das schlechter? Ist das normal? Ich kann mal ganz kurz sagen, ich glaube, ich war bei 104 Effective Reading Rate am Anfang und am Ende glaube ich bei 450 oder irgendwie so 455. Wie würdest du das einschätzen, wie würdest du das bewerten?

Speaker 2 (39:36)
Also wenn du mich damit vom Datenschutz hier entbunden hast, dann spreche ich da auch ganz offen. Es sind ja personenbezogene Daten. Spaß beiseite.

Speaker 1 (39:45)
Ok, habe ich damit gesagt.

Speaker 2 (39:49)
Das ist schon wichtig. Das ist ja übrigens ja auch einer der Gründe, warum wir in dieser Plattform so arbeiten, dass diese eins zu eins begleitet ist und die Leute wirklich sich darauf verlassen können, dass ich nur mit dir und du nur mit mir über deine Ergebnisse sprichst. Aber um jetzt auf deine Frage zurückzukommen: Also das, was du am Anfang hattest, 174 Wörter pro Minute mit, ich glaube 70 Prozent Verständnis, das ergibt dann eine Effective Reading Rate, also 174 Wörter mal 0,7 würden dann deine Effektivität beim Lesen ergeben. So viele Wörter pro Minute habe ich gelesen und verstanden. Das spiegelt die Effective Reading Rate. Und natürlich geht es darum, diese Zahl zu optimieren und nicht unbedingt nur das Tempo. Denn eigentlich kannst du durch besseres Verständnis also von 70+ schon der eine bessere Effective Reading Rate erreichen, auch ohne dass du schneller wird. Wir versuchen jetzt beides zu schaffen und das, was bei dir natürlich ein großer Vorteil war und das ist ja etwas, was auch über die meisten Teilnehmer hinweg so als Regel formuliert werden kann, du bist mutig einfach hingegangen, hast gesagt, ich probier es mal aus, kann ja nichts passieren. Also ich meine, das Schlimmste, was passieren kann, ist, dann haut man irgendeinen Test vor die Wand. Man hat zwar hohe Geschwindigkeit, aber nichts verstanden. Ja, na und? Ich bin der Einzige, der das gesehen hat, verstehst du? Deswegen. Das war dein großer Vorteil. Du hast dich einfach mal auf den Spaß eingelassen und bist sportlich vorangekommen. Du hast jetzt nichts gemacht, was vollkommen außergewöhnlich ist, sondern du hast geübt. Mehr ist es ja nicht. Und das Ergebnis ergibt sich daraus, dass du das Neue häufig machst. Das heißt, am Anfang ist es von Sachen, die gewohnt sind, loszulassen. Und das war, das, wo ich sagte, du was mutig, hast, es einfach mal ausprobiert und am Anfang ergeben sich ganz komische Sachen dabei. Ich weiß nicht, wie das bei dir war. Fühlte sich am Anfang ein bisschen komisch an oder? So zu lesen.

Speaker 1 (41:51)
Also definitiv, ich habe festgestellt, dass ich mich erst mal so richtig auf diese physische Komponente einlassen musste. Diese Augen-Übungen, die da auch trainiert werden, die Blickprozesse überhaupt so schnell hinzukriegen, wie es da verlangt ist. Das ist ja ein wichtiger Teil, dass wir erst mal trainieren müssen, überhaupt die Augen so schnell zu bewegen. Und anfangs, bzw. auch zum Schluss noch, haben mir wirklich nach fünf bis zehn Minuten so ein bisschen die Augen getränt, weil man das nicht gewohnt ist, so schnell von links nach rechts zu gucken. Und das war wirklich etwas, wo ich, wo ich einfach gestaunt habe, weil, klar, man macht das nicht jeden Tag. Das ist etwas, was man wirklich, wirklich trainieren muss. Wie im sportlichen Bereich, also wie beim Sport auch. Und deswegen, auf jeden Fall, es war sehr, sehr ungewohnt. Und wenn man erst mal diese Theorie dahinter erfährt, auch mit dieser Subvokalisierung. Ja klar, ich spreche ja die ganze Zeit im Kopf mit. Was mache ich hier eigentlich? Genau das mit der Regression. Das hatte ich vorhin angesprochen, dass ich auch immer wieder zurückgesprungen bin und dass mir das erst mal bewusst wurde. Also all diese Sachen, die werden einem während des Kurses erst mal so richtig bewusst. Aber das Gute ist eben durch diesen Mix an Theorie und Praxis, dass man eben einerseits dieses Aha-Erlebnis hat und auf der anderen Seite gleich ausprobieren kann, wie es besser geht.

Speaker 2 (43:12)
Und das Witzige ist, ich meine, wir haben ja vorhin drei Tipps ausgetauscht, was man tun kann. Ich habe gesagt, das kann man ja schon mal ausprobieren, de facto ist es so. Ich würde dich jetzt ans Klavier setzen, ich kann Klavier spielen, ja. Jetzt würde ich dich da dransetzen, sagen, guck mal, das sind so weiße Tasten, schwarze Tasten, du hast zehn Finger, hau mal rein! So ungefähr geht’s. Ich glaube nicht, dass das zu einem vernünftigen Ergebnis führt. Außer du setzt dich hin und übst. Und genau das Gleiche passiert bei den Augen. Es sind ganz bestimmte Arten von Bewegung, die bis dato anders liefen. Und jetzt musst du halt die neue Art und Weise trainieren und das fühlt sich am Anfang ganz besonders hektisch an, aber de facto ist das eher die natürliche Geschwindigkeit der Augen. Wir haben vorher nur irgendwie sehr, sehr langsam gelesen und sehr, sehr langsam geguckt. Das Auge ist das Schnellste an unserem Körper. Also nichts an unserem Körper kann sich so schnell bewegen wie unsere Augen. Wir haben es halt nie genutzt. Und jetzt kommt irgendwie so eine Übung und du bist gezwungen, dann einfach die Augen schneller zu bewegen. Das ist ja natürlich am Anfang nicht komfortabel, aber irgendwann kommen wir aus dieser Komfortzone raus, man wird da rausgerissen und wenn man dann aus diesem übertriebenen Tempo ein kleines Stückchen wieder zurückgeht, dann fühlt sich das plötzlich so total gemütlich an, aber im Vergleich zu dem am Anfang ja viel, viel schneller. Das ist wie beim Spagat, überdehnen zurück, überdehnen zurück, überdehnen. Und irgendwann kannst du es. Und das ist sehr, sehr sportlich. Alles, was wir da machen, ist eine rein physische Übung, bei der du Prozesse automatisierst und später nicht mehr über die Prozesse nachdenkst. Und vielleicht erinnerst du dich an meine letzten Tipps, die ich dann geschickt habe. Jetzt einfach nur darauf einlassen, was du liest und nicht mehr darüber nachdenken, wie du liest. Und dann kommt Verständnis, weil Verständnis kannst du nicht verhindern, wenn du dich auf den Autor einlässt. Die Augen machen es dann irgendwann automatisch.

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Speaker 1 (45:15)
Stimmt, ja, also für mich würde jetzt auch ganz interessant sein, dieses Niveau auch beizubehalten. Das wäre jetzt noch so eine, so eine Sache, an der ich persönlich arbeiten möchte. Ich denke so die Reading Rate, Effective Reading Rate, die kann man definitiv noch steigern. Du hast vorhin ja auch gesagt, das Auge möchte zwischen 800 und 1000 Wörtern pro Minute. Also da ist glaube ich noch Luft nach oben. Aber alleine das, was ich jetzt schon erreicht habe, ist ist für mich schon wunderbar.

Speaker 2 (45:42)
Vielleicht darf ich dich noch ein bisschen mehr beruhigen. Man muss ja eine Sache sehen. Wenn du jetzt, also im deutschsprachigen Raum, da hat man so, so Statistiken gefunden, so etwa 3-4, entschuldigung, etwa 1,5 bis 2 Stunden pro Tag lesen die Menschen, die meisten beruflich natürlich mehr. Aber das ist so, so der Schnitt. Würde ich meine Lese-Effizienz um 25 % steigern, würde ich bei der typischen Lesegeschwindigkeit am Anfang, so wie du sie hattest, und der Lesezeit von 1,5 bis 2 Stunden pro Tag, so wie du sie hattest, würde ich schon zwölf ganze Arbeitstage rausholen, aufs Jahr gerechnet. Jetzt hast du deine Effizienz nur nicht um 25 %, sondern um 400 % gesteigert. Und jetzt rette davon nur die Hälfte in deinen Alltag, weil das war ja deine Sorge, rette bitte nur die Hälfte in deinen Alltag, da kannst du dich über alles nur noch totlachen.

Speaker 1 (46:41)
Stimmt. Ja. Es ist also, das sagt eigentlich alles noch mal darüber aus, warum man das überhaupt machen und trainieren sollte. Das, was du gerade erwähnt hast, mit diesen zwölf Tagen bei 25 % Steigerung und alles darüber hinaus ist einfach purer Wahnsinn. Jetzt fragen sich aber ganz, ganz viele oder vielleicht sogar alle Hörerinnen und Hörer hier, okay, ich spreche jetzt eine ganz, ganz andere Sprache. Deutsch ist die Zielsprache. Wie funktioniert das jetzt für Fremdsprachenlerner, kann man das jetzt auch auf Fremdsprachen-Texte anwenden? Funktioniert das nur in der Muttersprache? Wie sicher sollte man in der Fremdsprache sein, um das anwenden zu können? Was sind da deine Gedanken?

Speaker 2 (47:25)
Wir haben ja, eine sehr große und wichtige Zielgruppe für unser Unternehmen sind wissenschaftliche Einrichtungen. Das heißt, ob Max Planck oder Fraunhofer, das sind oft in den Kursen Menschen, die aus der ganzen Welt zusammenkommen. Die sind ja auch zeitzonenübergreifend auch da in die Kurse eingewählt und machen ihre Sachen. Und wenn die dann zum Beispiel einen Kurs machen, dann ist dieser Kurs in Englisch typischerweise. Aber die sind selber auch keine Muttersprachler in Englisch, sondern die kommen aus Polynesien, aus China oder woher auch immer. So, das heißt, wir sehen, wie die Ergebnisse da sind. Und das ist tatsächlich so, ich versuche, jetzt nur so ein Gefühl zu geben für die Zahlen. Bitte jetzt nicht festnageln auf die eine Zahl. Aber, wenn ich im Deutschen bei Muttersprachlern dann so 200, 250 Wörter pro Minute so als Durchschnittswert am Anfang eines Kurses habe, dann sind diese Teilnehmenden, die dann international unterwegs sind, vielleicht bei 150, 170 irgendwie. Ja, bei oft natürlich deutlich schlechterem Verständnis als 70 %, was so typischerweise dann anzusetzen wäre, sondern sind vielleicht bei 30, 40, 50. Ja. Von dort aus ausgehend, ist es natürlich. Wenn ich jetzt 150 mit 50 % Verständnis habe, habe ich ein Effective Reading von 75, verdopple ich meine Effective Reading Rate von 75 auf 150, dann bin ich ja nicht weit weg von dem typischen Muttersprachler in seiner Sprache am Anfang, aber gegenüber meinem Ausgangswert, bin ich ja nun wirklich durch die Decke gegangen. Und das ist das Wichtigste. Jeder kann sich verbessern und es geht nur um die eigenen Ausgangswerte und nicht um den Durchschnitt. Von dem ausgehend, wo ich bin, kann ich mich immer verbessern, aber die ganzen Techniken, so wie wir sie trainieren, sind natürlich auf eine Sprache ausgelegt, die ähnlich aufgeschrieben wird wie das Deutsche, also mit den gleichen Buchstaben und mit Wortgruppen, wo es auch Abstände zwischen zwischen Wörtern gibt, Leerzeichen. Nur dann, wenn du die Sprache so codierst, kann man diese Techniken eins zu eins übertragen und wir haben wirklich diese Kurse in Deutsch, Spanisch, Niederländisch. Und so weiter. Aber wir haben auch einen Vertriebspartner in Dubai, der das auf Arabisch macht. Auch dort funktioniert’s, nur halt von der anderen Richtung aus gelesen. Nur in Thailand funktioniert’s halt nicht.

Speaker 1 (50:07)
Gut, also besteht im Prinzip für jeden die Möglichkeit sich dahingehend zu verbessern.

Speaker 2 (50:15)
Und wenn ich es in Deutsch gelernt habe, kann ich es auch auf einen englischen Text später übertragen und umgekehrt. Die Technik ist ja die gleiche. Ich lerne zu lesen, mit Wortgruppen, vorwärts orientiert und möglichst nicht so viel mitzuquatschen. Das ist dann egal, in welcher Sprache, ich das mache. Natürlich werde ich in meiner Muttersprache immer damit besser und leichter zurechtkommen als in einer Sprache, die ich erst gelernt habe. Aber ich kann noch mal sagen, ich selber bin eben kein Muttersprachler. Und es hat gut funktioniert.

Speaker 1 (50:49)
Genau. Ja, es geht ja auch so ein bisschen um das Thema Wortschatz im Kurs. Selbst in der eigenen Muttersprache ist es ja auch oft so, dass man sich den Großteil der Wörter, die man jetzt nicht sofort, von dem man die Bedeutung nicht sofort erklären könnte, dass man das einfach sich selbst so ein bisschen aus dem Kontext erklärt. Und natürlich ist es in einer Fremdsprache noch mal eine ganz andere Sache. Das ist noch mal, man kennt ganz viele Wörter nicht und versucht es aus dem Kontext zu erklären. Aber wenn es zu viele werden, dann fehlt das Verständnis ja auch wieder. Inwieweit würdest du da die Bedeutung eines großen Wortschatzes einschätzen? Also was, wie sollte man da vorgehen?

Speaker 2 (51:36)
Also Wortschatz spielt definitiv eine unglaublich große Rolle. Allerdings, also eine der Grundbedingungen, dass man überhaupt in einer anderen Sprache sich bewegen kann. Das heißt, wenn ich jetzt davon ausgehe, dass du vielleicht mit, da bist du wahrscheinlich mehr Fachmann als ich, aber mit 800 bis 1200 Wörtern, wo man mich im Alltag irgendwie durch die Bäckerei und S-Bahn bewegen kann, dann ist das eine Sache. Aber wenn ich mich qualifiziert mit Leuten unterhalten will, dann muss ich vielleicht mal 1000 Wörter kennen und in meiner eigenen Fachwelt auch vielleicht sogar noch paar mehr Details. Was ich aber glaube, für das, was wir tun, um in diesem Tempo Informationen zu verarbeiten, ist vor allem das Sprachgefühl wichtig. Und da ist es schon so, dass Vokabular das eine ist, aber auch die Vertrautheit mit dem Vokabular. Ich muss es oft erlebt haben, diese Konstruktionen von, geflügelte Wörter, so, dass man, dass man weiß, wie bestimmte Floskeln funktionieren, weil man so oft gesehen hat. Ich glaube, dass dieses Sprachgefühl noch mehr gibt als nur das Bestehen eines Vokabeltests.

Speaker 1 (52:51)
Ja, definitiv.

Speaker 2 (52:52)
Und da kann man ganz klar sagen, da ist natürlich Lesegeschwindigkeit insofern von Vorteil, weil du in der gleichen Zeit mehr und öfter Wörter gesehen haben kannst, also wenn du langsam liest, auch wenn du dann davon ausgehst, dass du sagst, ich werde auf Anhieb nicht alles verstehen. Jetzt kommen wir zu einem ganz, ganz spannend Punkt für deine Hörerschaft. Die meisten, ob in Mutter- oder in der Fremdsprache, glauben, ich muss beim ersten Mal lesen schon möglichst viel verstanden haben. Aber die gute Nachricht ist, so funktioniert das Gehirn nicht. Es arbeitet vom Groben ins Feine. Das heißt, am Anfang eine gute Übersicht über das Thema. Dazu blättert man so einen Text, einen Artikel, so einen Fachbeitrag erst mal durch. Das zweite ist, erst einmal ganz grob die Marschrichtung zu haben. Ich lese bewusst schnell, auch wohl wissend, dass ich nicht auf Anhieb alles verstehen, verstanden haben werde. Aber dann kriege ich mit, da, da, da waren die wichtigen, die relevanten Stellen. Und zu diesen Stellen kehre ich zurück und hole mir meine 100 %. Und da ist die kluge Aussage, lieber zweimal schnell als einmal langsam. Du hast in dieser Zeit vielleicht oder du hast vielleicht für das Gleiche genauso viel Zeit gebraucht, zweimal, schnell, zweimal mit 500 ist wie einmal mit 250 Wörtern. Aber du hast eine höhere Verständnisrate, durch zweimal den Text gesehen haben. Dawirst du ja auch sagen, wenn ich den Text einmal sehe, habe ich nur eine Chance. Sehe ich den zweimal, habe ich eine größere Chance, verstanden zu haben. Und dadurch, dass ich bei gleichem Durchschnittstempo, zweimal 500 ist, einmal 250. Aber ich gehe von 50 % Verständnisrate auf 70 oder 80 % Verständnisrate. Dann ist meine Effective Reading Rate auch schon mal durch die Decke gegangen und nicht nur 25 %.

Speaker 1 (54:51)
Das ist wichtig, wichtig und gut, dass du das sagst, weil das entspricht auch hundertprozentig der Herangehensweise, die meine Hörer ja auch kennen. Dieser Natürliche Ansatz des Sprachenlernens, einfach eine Sprache nicht zu lernen, sondern sich anzueignen durch Wiederholung, durch mehrmaliges Lesen, mehrmaliges Hören. Und das ist ja im Endeffekt genau das, was du sagst. Also ob nun Muttersprache oder Fremdsprache, aber lieber zweimal schnell lesen als einmal langsam lesen. Und dadurch kommt eben dieses Verständnis Stück für Stück automatisch.

Speaker 2 (55:28)
Also das Gehirn arbeitet genau so, wir können da nichts dagegen tun. Und das Witzige ist, versuchen wir gegen dieses Prinzip zu arbeiten, macht das Gehirn einfach die Tür zu. Ich meine, welchen Sinn macht es gegen die Tür zu laufen? Ich versuche einfach mal zu belegen, wenn das so funktioniert wie du das in deiner Sprachlern-Idee dann vermittelst, wenn das Gehirn einfach so funktioniert, dann versuche ich einfach mir die Tür zu öffnen und zu sagen, komm doch rein! Ist doch viel schöner.

Speaker 1 (56:03)
Ganz genau. Sehr schön. Peter, das war ein super Abschluss. Das war eine super, super interessante Folge. Ich bin richtig, richtig begeistert. Und ich freue mich auch richtig noch mal auf die Rückmeldungen, die da jetzt sicherlich auch kommen werden, von den Hörerinnen und Hörern, die da wahrscheinlich auch Fragen haben werden zu der einen oder anderen Sache. Ganz wichtig jetzt, wenn jetzt irgendwer sagt, ich möchte das jetzt unbedingt ausprobieren, ich möchte jetzt viel, viel schneller lesen können, ich bin total überzeugt davon. Wie kann man das erreichen?

Speaker 2 (56:34)
Am einfachsten über www.Improved-Reading.de oder www.SpeedReading-online.de

Speaker 1 (56:43)
Die Links packe ich natürlichie wie immer in die Shownotes. In die Folgenbeschreibung. Also Leute, wenn ihr daran interessiert seid, eure Effective Reading Rate zu steigern, schneller zu lesen, mehr zu verstehen und einfach auch an den Prozessen interessiert seid, die theoretisch dahinter stecken, dann, ich kann’s euch nur empfehlen, für mich hat es wunderbar funktioniert und ihr habt gehört, das funktioniert auch in einer Fremdsprache. Also da könnt ihr definitiv etwas für euch, für euer, für eure sprachliche Entwicklung auch tun. Ansonsten, Peter, ich sag vielen, vielen, vielen Dank. Das war richtig interessant. Hat Spaß gemacht, mit dir zu sprechen.

Speaker 2 (57:23)
Danke für die Einladung.

Speaker 1 (57:24)
Dann wünsche ich dir auch weiterhin ganz, ganz viel Erfolg. Und ja, auf dass dieses Thema auch noch so ein bisschen, noch so ein bisschen bekannter wird, weil ich kenne in meinem Freundeskreis glaube ich niemanden, der sowas schon mal gemacht hat und ich werde es definitiv auch weiter verbreiten und allen davon erzählen, weil ich wirklich sehr begeistert bin.

Speaker 2 (57:46)
Danke.

Speaker 1 (57:48)
Sehr schön. Gut Leute und ihr, zu euch noch mal, wenn ihr, wir haben ja eben noch über das Thema Wortschatz gesprochen. Da kann ich nur noch mal auf mein Vokabeltraining verweisen. Also ein größerer Wortschatz ist natürlich hilfreich für das Verständnis von Texten. Deswegen schaut gerne noch mal in meinem Vokabeltraining vorbei, meldet euch an! Dort könnt ihr ein Monats-Abo abschließen um Monat für Monat euren Wortschatz zu erweitern mit interessanten Texten, Audios, Videos usw. Auch dazu packe ich den Link in die Folgenbeschreibung. Dann hoffe ich, ihr habt ganz viel mitgenommen, ganz viel Spaß gehabt, ganz viel Neues gelernt und wünsche euch eine schöne Zeit. Wir hören uns in zwei Wochen wieder mit einem neuen schönen Thema. Ja, alles Gute. Seid lieb zueinander. Bis bald. Ciao.

 

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By |2022-09-21T13:48:06+02:00September 21st, 2022|Transkripte|0 Comments

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