Flemming:
Bevor es jetzt losgeht und ich mit Feli in unser Gespräch starte, nochmal ein kleiner Hinweis in eigener Sache. Und zwar, am 20. September startet die Anmeldung für meinen Sprachgarten für fließendes Deutsch. Die geht vom 20. bis zum 27. September. Und deine Vorteile sind hier ganz klar: Du erhältst methodisches Wissen durch den Videokurs. Das heißt, du wirst lernen, wie man effektiv eine Sprache lernen kann und sich möglichst verbessern kann, auch auf einem hohen Niveau. Du wirst Struktur und System erhalten durch Übungspläne und Challenges. Das heißt, du weißt jeden Tag, welches Material du nutzen solltest für deine Herausforderungen und welche Übungen du machen solltest. Du hast ein klares System. Du bekommst außerdem Austausch, Feedback, Motivation in unserer exklusiven Sprachgartengemeinschaft. Das heißt, dass du auch jederzeit von meinem Team und mir Antworten auf deine Fragen bekommst. Und du erhältst zusätzlich immer auch Zugriff auf das interessante, unterhaltsame Lernmaterial, das in diesem Sprachgarten vorhanden ist. Du hast in der Vergangenheit schon einige schöne Kurzgeschichten und Dialoge erhalten hier in diesem Podcast. Das war so ein kleiner Vorgeschmack auf das, was auf dich im Sprachgarten eben auch noch wartet. Noch viele weitere solcher Geschichten, solcher Dialoge und solcher Materialien zum Lernen. All diese Dinge bekommst du und das wird dir insgesamt dabei helfen, einfach selbstbewusster zu werden beim Sprechen. Deine Fehler zu erkennen und deine Fehler abzubauen und insgesamt so dein Deutsch einfach auf die nächste Stufe zu bringen, egal ob du jetzt B1 bist oder schon noch weiter bei B2 oder C1. Du solltest dir auf jeden Fall genau überlegen, ob du dabei sein möchtest. Am 20. September geht’s los. Dann startet die Anmeldung und die ist für sieben Tage offen. Ich würde mich freuen. Du erhältst für ein Jahr lang Zugriff auf alle Module, Challenges, Materialien und alles, was in diesem Sprachgarten enthalten ist. Und diese Inhalte werde ich auch regelmäßig noch erweitern. Also das bleibt nicht nur bei dem, was jetzt gerade ist, sondern es wird auch noch weiter wachsen, wie ein richtiger Garten. Ja, also überleg dir, ob du dabei bist. Du erhältst am 20. September den Link über Instagram, über den Newsletter und über diesen Podcast. Also wenn du einem dieser drei Kanäle folgst, dann bist du auf der sicheren Seite. Ich würde mich freuen, wenn du bald Teil des Sprachgartens von Natural Fluent German bist. Und jetzt wünsche ich dir ganz viel Spaß bei der Folge mit Feli.

Du hast ja auch ein Video gemacht, ich glaube, das heißt so 10 Gründe, warum Deutschland nicht lebenswert ist, wo es allerdings um einen anderen YouTuber, glaube ich, ging, der diese 10 Gründe genannt hat. Da hast du mit diesen Gründen so ein bisschen aufgeräumt und das Ganze mal aus deiner Sicht beleuchtet. Und ich glaube, da spielt schon ein bisschen was von dem rein, was du auch gerade gesagt hast. Also ich habe jetzt nicht das ganze Video gesehen, aber ich glaube, die Quintessenz daraus war, Deutschland ist eigentlich sehr lebenswert, oder?

Feli:
Ja, also jetzt bei dem Video spezifisch, der hatte halt so Sachen gesagt, wie Kriminalität ist so hochgegangen in Deutschland. Der hat einfach falsche Fakten gesagt oder hat irgendwie gesagt, ja im Winter ist es immer minus 20 Grad in Deutschland. Also so einfach so Sachen, die halt statistisch einfach nicht stimmen. Aber doch natürlich, also rein objektiv betrachtet ist es auch jetzt vielleicht nicht unbedingt so klug, dass ich in den USA lebe, also was eben einfach die Lebensqualität angeht. Also ich finde zwar die Lebensqualität für mich persönlich, so wie ich mir das jetzt hier aufgebaut habe, in den USA auch sehr hoch, aber es ist eben nicht für jeden der Fall. Also wenn du arbeitslos bist, wenn du alleinerziehend bist, wenn du eine schwangere Frau bist. Also es gibt so viele Umstände, wo das amerikanische System ziemlich scheiße ist und dich ziemlich hängen lässt. Deswegen in Deutschland hast du natürlich diese ganzen Vorteile. Auch Arbeitsrecht, also allein Kündigungsschutz und so Sachen gibt es in den USA eigentlich einfach nicht. Also du, meistens ist so normal, aber das ist auch nicht gesetzlich festgelegt, dass man so eine zweiwöchige Kündigungsfrist hat. Aber theoretisch könntest du als Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer auch einfach dich so fristlos kündigen. Und ja, also das Gleiche natürlich auch mit Krankenversicherung, das Bildungssystem. Es ist natürlich alles wahnsinnig teuer und ja, alles so ein bisschen so konstruiert, dass die Leute halt am Ende eigentlich ihr eigenes Grab so ein bisschen schaufeln. Also wenn man es jetzt ganz dramatisch sagt. Also die Leute werden natürlich dazu gebracht, zum Beispiel dann zu studieren, weil du sonst halt nicht so viele Karrieremöglichkeiten hast später. Aber du musst dann für das Studium mindestens 100.000 Dollar Schulden aufnehmen. Und dann steckst du fest in einem Teufelskreis am Ende, wo du dann halt natürlich deine ganzen Zinsen ständig abzahlst und in einem Schuldenberg steckst. Und diese ganzen Systeme, also die ganzen Banken und was weiß ich, profitieren halt alle von dir und von deinem Leid im Endeffekt.

Flemming:
Baut ja alles so ein bisschen darauf auf, kann man sagen.

Feli:
Ja, also das ganze Schuldensystem, ich nenne es jetzt mal Schuldensystem, also dieses Ganze, dass man überhaupt Schulden für alles aufnimmt, das ist wirklich so präsent hier. Also ich kenne, glaube ich, fast keinen Amerikaner, der keine Schulden hat. Auch wenn es eben nur ist, wenn man sich ein Auto kauft. Also einfach diese Hemmschwelle, dann direkt das zu finanzieren, auch wenn man es sich vielleicht sogar leisten könnte. Ja, die finanzieren das dann direkt, bezahlen das dann über was weiß ich wie viele Jahre ab. Und am Ende ist es natürlich viel teurer und beschissen für die eigentlich, weil sie dann ständig Zinsen zahlen. Das gleiche mit Kreditkartenschulden auch. Das sind alles jetzt eher so unnötige Sachen, die die Leute einfach machen, weil sie dahin verleitet werden, weil sie es als normal ansehen. Also keiner muss natürlich… also doch, manche Leute müssen auch Kreditkartenschulden aufnehmen, aber viele Leute nehmen sie einfach auf, weil sie halt so dieses luxuriöse amerikanische Leben einfach leben wollen.

Flemming:
Das ist krass, weil wenn du darüber nachdenkst, in Deutschland, bevor hier in Deutschland jemand einen Kredit aufnimmt, da muss schon, weiß ich nicht, die Hölle einfrieren, so gefühlt. Also das ist schon ein wahnsinniger Unterschied.

Feli:
Ja, das ist ein riesiger Unterschied. Und deswegen war auch bei mir, als ich halt hierher gekommen bin, haben halt auch immer alle Leute gesagt, du musst dir einen Credit Score aufbauen, damit du dann Kredit aufnehmen kannst besser später. Also so eine Art, wie so eine Schufa-Auskunft, nur es funktioniert genau andersrum in den USA. Du hast am Anfang einfach keinen Score und je mehr Schulden du aufnimmst, desto besser wird dieser Score. Also eigentlich komplett unlogisch, aber ich habe immer gesagt, hä, was für ein Kredit? Ich nehme doch keinen Kredit auf, wo lebt ihr denn? Also ich habe es zumindest nicht vor. Klar, wenn irgendwie was mal schief läuft im Leben, aber ich hatte das natürlich nie vor. Wohingegen für die meisten Amerikaner, die sind mit Anfang 20 eben schon wahnsinnig tief verschuldet, weil einfach durch die Uni, wenn sie einen Bachelor gemacht haben, dann hast du halt einfach, die meisten, allermeisten Leute haben dann Student Loans, also Studiengebühren, Schulden und dann kommt halt medizinische Kosten, Kreditkartenschulden, Auto abzahlen, Haus abzahlen.

Flemming:
Wahnsinn, da ist es schon echt eine richtige Luxussituation hier, die Studiensituation, die wir in Deutschland dann haben, wie du schon gesagt hast. Also keine Studiengebühren oder nur ganz, ganz geringe. Das nennt sich ja dann nicht mal Studiengebühren, das sind dann irgendwelche Verwaltungs-, Bearbeitungsgebühren usw. Gerade im Osten Deutschlands, wo ich lebe, also ich habe an meiner Uni, glaube ich, 200 Euro pro Semester bezahlt.

Feli:
Ja, ja, in München auch. Also damals hatten wir irgendwann noch in Bayern 500 Euro pro Semester Studiengebühren, aber als ich dann angefangen habe, wurde das auch gerade abgeschafft. Also dann waren es auch irgendwie so 150 bis 200 irgendwie sowas im Dreh pro Semester. Also gar nichts. Hier sind es ja, also je nachdem auf welche Uni du gehst, entweder zehntausende Dollar oder, also ja, eher zehntausende. Also hunderttausende pro Semester gibt es, glaube ich, nicht. Aber es gibt, also pro Jahr, kommt drauf an auf welche Uni du gehst, kann es auch pro Jahr über hunderttausend sein. Aber an so einer guten privaten Uni z.B. so 60.000 im Jahr sind dann schon Standard. Jetzt an so einer öffentlichen Uni, wo ich war, sind es halt vielleicht so, ja, kommt drauf an, welchen Studiengang du hast. Und dann gibt es noch so verschiedene Voraussetzungen, aber schon so 20.000 im Jahr nur für Studiengebühren. Und dann kommen noch voll viele andere Kosten obendrauf. Also natürlich einfach ganz normale Lebenserhaltungskosten, aber auch Bücher und Materialien hier sind unglaublich teuer. Also du hast dann z.B. so einen Kurs und der Professor sagt, ja, ihr braucht das und das Buch. Und das Buch kostet halt 300 Dollar. Und das ist hier, also das ist auch nicht reguliert. Und das ist ganz normal. Also so Unibücher oder auch teilweise, wenn du auf eine private Highschool gehst, ist es auch da dann schon so, dass du halt wahnsinnig viel Geld für diese Materialien dann auch noch einberechnen musst.

Flemming:
Ja, wahnsinn.
Gleich geht es weiter mit der Folge. Vorher möchte ich dir aber noch den aktuellen Werbepartner von Deutsches Geplapper vorstellen. Und der heißt Koro. Koro ist ein Lebensmittelhändler, der sich auf den Online-Versand von überwiegend vegetarischen und veganen Nahrungsmitteln spezialisiert hat. Und das versucht das Unternehmen auf möglichst umweltschonende Art und Weise zu machen. Denn hier findest du vor allem große Verpackungen. Dadurch spart Koro im Vergleich zu anderen Lebensmittelhändlern jährlich mehrere Millionen Tonnen Plastikmüll ein. Außerdem setzt Koro auf kürzere Transportwege beim Kauf seiner Produkte. Das bedeutet weniger CO2 und gut fürs Klima. Ich persönlich liebe Koro, da ich gerne einmal eine große Bestellung mache und dann eben länger davon essen kann. Und insgesamt ist es finanziell deutlich günstiger als im Supermarkt. Ganz besonders ans Herz legen kann ich dir das Erdnussmus oder auch das Mandelmus. So ein großes Glas leere ich meistens innerhalb von einer Woche. Aber ich bestelle auch gerne die 1kg Tüten Cashew- oder Sonnenblumenkerne für mein Müsli am Morgen. Insgesamt gibt es bei Koro über 1000 Produkte unter anderem Superfoods, Snacks, Trockenfrüchte, Nussmischungen, Riegel und Energyballs und auch Getränke. Zum Beispiel die Ingwer-Shots, die ich dir ebenfalls sehr empfehlen kann. Alles ziemlich lecker und von hoher Qualität. Überzeug dich einfach mal selbst und schau dir die Produkte an unter www.korodrogerie.de. Dort bekommst du mit dem Code GEPLAPPER 5% auf deine Bestellung. Also bei der Bestellung einfach GEPLAPPER ins Feld eintragen, egal ob groß oder klein geschrieben und günstig einkaufen. Den Link zur Website von Koro findest du in den Shownotes dieser Folge. Also schau einfach mal rein und viel Spaß.

Okay, da haben wir auf jeden Fall schon mal einen sehr großen Unterschied herausgearbeitet. Beziehungsweise einige Unterschiede zwischen Deutschland und den USA insgesamt. Aber ich würde, da das hier natürlich auch ein Sprachlern-Podcast ist, gerne nochmal auf das Thema Sprache zu sprechen kommen. Und zwar diesen sprachlichen Aspekt einfach nochmal in den Vordergrund stellen. Du sprichst ja auch fließend Englisch, gar keine Frage nach so vielen Jahren. Das merkt man natürlich auch in deinen YouTube-Videos. Und du hast auch ein Video gemacht, da geht es um Gemeinsamkeiten zwischen dem Deutschen und dem Englischen. Das hat mir auch sehr gefallen. Also Wörter, die quasi im Englischen, deutsche Wörter, die im Englischen eben auch vorkommen. Hast du da so ein paar Lieblingswörter, die du da rauspicken könntest, die wir vielleicht mal besprechen können?

Feli:
Da muss ich jetzt mal kurz auf meine Liste schauen. Ich habe es extra mal aufgemacht. Also Lieblinge. Das erste, würde ich mal sagen, war „Gesundheit“, weil da wusste ich tatsächlich nicht, dass das hier benutzt wird. Also bei manchen Wörtern, zum Beispiel Kindergarten, das weiß man irgendwie, dass das im Englischen benutzt wird. Aber Gesundheit, da war ich so voll überrascht, weil ich hatte das dann öfter gehört, dass Leute so einfach in sozialen Situationen, wenn jemand geniest hat, dass die einfach „Gesundheit“ gesagt haben. Und am Anfang dachte ich immer erst, ach, das machen die jetzt wegen mir. Also weil ich jetzt da bin und die denken, „Ah, witzig, die Deutsche, ich sag das jetzt einfach auf Deutsch”. Nee, das ist tatsächlich so ein Ding hier und ich glaube, das kommt aus irgendeinem Film oder irgendeiner Serie oder so. Das weiß ich jetzt gerade gar nicht mehr so genau, aber es ist irgendwie so ein popkulturelles Ding, dass sich das so in den Sprachgebrauch eingeschlichen hat und dass das auch so ein bisschen als witzig wahrgenommen wird. Also wenn man quasi „Gesundheit“ statt „Bless you“ sagt, dann ist das eher so ein bisschen so auf witzig. Aber es passiert echt oft.

Flemming:
Krass, aber das ist nicht nur jetzt regional, sondern das ist auch in den ganzen USA wirklich so verbreitet?

Feli:
Ich glaube schon, ja. Also ich habe es auch schon öfter in irgendwelchen Serien oder so gesehen. Also zum Beispiel die Serie Scrubs. Ich weiß nicht, ob du die kennst. Da habe ich gerade erst letztens wieder eine Folge gesehen, wo er auch einfach in der Folge „Gesundheit“ gesagt hat.

Flemming:
Ah, ist ja cool. Was hatten wir noch? Zum Beispiel „Wanderlust“ fand ich auch sehr interessant. Das Wort „Wanderlust“, also wird das wirklich benutzt? Also benutzt man das aktiv im Alltag oder für irgendwelche bestimmten Situationen?

Feli:
Ja, das ist jetzt eher nicht so ein Alltagswort, würde ich sagen. Das ist aber auch im Deutschen nicht so ein Alltagswort. Das ist aber ein Wort, was schon viele kennen. Ich will jetzt nicht groß spekulieren, ich weiß nicht so genau, wie sich es durchgesetzt hat. Aber ich habe das Gefühl, durch Social Media auch viel. Also dass Leute dann so sagen, „Ah, im Deutschen gibt es dieses schöne Wort Wanderlust“. Da gibt es dann irgendwelche Kacheln mit irgendwelchen Zitaten oder so. Und dann reden die Leute davon, „Im Deutschen gibt es das Konzept von Wanderlust. Das ist das, was ich habe”. Und dann machen sie irgendeine schöne Collage von ihren ganzen Reiseerlebnissen oder so. Aber das Wort findet man auf jeden Fall auch in der Literatur und so weiter. Es ist jetzt nicht super geläufig. Was zum Beispiel super geläufig ist, ist „Dachshund“, beziehungsweise es wird anders ausgesprochen. Ich muss mich selber immer konzentrieren. “Dachshund, Dachshund“, glaube ich, sagen die. Also das ist ein Dackel. Und halt richtig seltsam, weil die das halt so schreiben wie Dachshund. Was ja auch ein anderer Name für ein Dackel ist im Deutschen. Also ich weiß nicht so genau, wo man den Begriff benutzt und ob man den überhaupt noch benutzt. Aber es kommt schon auch aus dem Deutschen auf jeden Fall. Aber wie sie es aussprechen, ist einfach richtig wild. Vor allem, ich glaube, es war halt auch so eine Situation, wo das jemand zu mir gesagt hat am Anfang. Und ich so: „Hä? I don’t know what you’re talking about.“ Und die Person meinte so, „I thought this is a German name. This is a German dog.“ Und ich so: „Hä, dann buchstabier mal”. Weil voll oft ist es dann so, dass Leute irgendwelche deutschen Worte zu mir sagen. Und so meinten, „Hä, es ist doch die und die deutsche Marke. Oder die und die deutsche Sängerin. Oder die und die deutsche Stadt.“ Und ich habe halt nichts verstanden. Und dann sage ich immer, kannst du mal kurz buchstabieren? Weil die haben es halt irgendwie komisch ausgesprochen, dass ich halt nicht drauf gekommen bin, was für ein Wort das sein soll. Und so war es auch bei „Dachshund“.

Flemming:
Dachshund. Mega lustig. Also, dass es auch so viele Wörter sind insgesamt, das war mir überhaupt nicht bewusst. Gut, „Kindergarten“, das weiß man. Das hat man schon gehört.

Feli:
Das weiß man, ja.

Flemming:
Kaputt.

Feli:
Was zum Beispiel auch noch… Ja, genau, kaputt…

Flemming:
Was wolltest du sagen?

Feli:
Ich wollte sagen „Fußball“. Also „Fußball“. „Kickertisch“ ist „Let’s play some Fußball“.

Flemming:
Ah, wirklich? Ja. Wow, okay. Ich hätte jetzt gedacht, „Soccer” dann. Normalerweise sagt man ja „Soccer” in den USA, oder?

Feli:
Genau, also „Soccer“ ist Fußball. Aber dann das deutsche Wort Fußball auf Englisch ausgesprochen ist Kicker, also ein Tischkicker, Tischfußball. Genau, also da ist dann auch wirklich mit dem S, also die schreiben es aber anders. Die schreiben F-O-O-S und dann Ball. Aber die schreiben es jetzt nicht mit F-U-scharfes S, sondern F-O-O-S. Aber das ist also der offizielle Name für so einen Tischfußball, für so einen Kicker, ist Fußball. Und das fand ich zum Beispiel immer richtig seltsam am Anfang.

Flemming:
Ja, lustig. Und „Schadenfreude“ finde ich auch noch sehr interessant.

Feli:
Ja, ich glaube, das ist ein sehr beliebtes Wort.

Flemming:
Wirklich?

Feli:
Ja, ja, das ist irgendwie so ein Ding. Wie gesagt, da weiß ich auch wieder nicht, wie sich das durchgesetzt hat, aber irgendwie das wissen einfach viele Leute, dass es dieses eine Wort ist, was so typisch für die deutsche Kultur ist und was es nicht im Englischen gibt. Und ich habe es auch schon öfter in irgendwie so Talkshows, also so Late-Night-Shows oder so Comedy-Specials oder so, dass es auch wirklich einfach so im Monolog einfach benutzt wird. Also das muss auch nicht groß erklärt werden, das Wort. Also die meisten Leute kennen es. Ich würde jetzt mal behaupten, bestimmt nicht alle, aber die meisten Leute kennen dieses Wort und wissen eben so ungefähr, was es bedeutet.

Flemming:
Krass, ja, also kurz zur Erklärung für die Hörerinnen und Hörer hier: „Schadenfreude“, ja, wenn man sich darüber freut, dass jemand anders gerade ein Unglück oder irgendetwas Schlechtes erlebt hat einfach. Und genau, das ist sehr, sehr interessant. Also es gibt noch viel, viel mehr Wörter, die wir hier besprechen könnten. Für mich war das definitiv neu. Umso mehr, umso mehr oder umso interessanter finde ich es eigentlich, dass der Ruf der deutschen Sprache in den USA ja eher nicht so toll ist, oder? Habe ich das richtig verstanden? Weil du hast ja auch darüber ein, zwei Videos gemacht, dass die deutsche Sprache in den USA nicht so als so schön oder so klangvoll wahrgenommen wird.

Feli:
Ja, also ich würde jetzt mal behaupten, das ist ein Klischee, was man nicht nur in den USA hat, sondern jetzt so allgemein in der Welt. Also klar, vielleicht wenn man nach Osteuropa geht, dann denken sie das nicht spezifisch, weil die osteuropäischen Sprachen sind jetzt vielleicht auch nicht so wahnsinnig geschmeidig. Aber klar, wenn man halt in den USA ist, auch manchmal, wenn ich sage, ich bin deutsch, kommt auch manchmal dann sowas zurück, dass dann jemand irgendwie versucht, was auf deutsch zu sagen oder halt zu imitieren. Und dann ist halt meistens gleich in so einer Hitlerstimme wird dann halt immer rumgeschrien oder aus irgendwelchen anderen Zweiten-Weltkriegs-Filmen. Zum Beispiel ein Wort, was irgendwie voll viele aus diesen Filmen kennen, ist „schnell”. Also einfach „Mach schnell, mach schnell.“ Oder einfach „schnell, schnell”. Und dann „ja, ja, ja. Nein, nein, nein, nein, nein“. Also so Sachen werden dann zum Beispiel oft gesagt. Aber halt, ja, also wenn Leute versuchen, die deutsche Sprache zu imitieren, schreien sie halt meistens. Ja, was halt natürlich viel auf Hitler und diese Weltkriegsfilme und so zurückzuführen ist. Das ist teilweise witzig, teilweise auch ein bisschen nervig oder ein bisschen so. Und gleichzeitig hat Deutsch natürlich auch den Ruf, dass es halt sehr schwer zu lernen ist und dass es halt natürlich diese ganzen komischen Laute hat mit -ch und -rr und dass es halt einfach schwer zu sprechen ist. Also jetzt zumindest hier in der Gegend gibt es auch viele Leute, die Deutsch in der Schule hatten oder wo es zumindest angeboten wurde, einfach weil Cincinnati eben so diese deutsche Geschichte hat. In dem Rest des Landes ist es jetzt gar nicht geläufig, dass man Deutsch überhaupt als Option hat. Da ist es meistens dann einfach nur Spanisch, vielleicht Französisch als Fremdsprache. Aber hier gibt es teilweise eben auch Deutsch an den Schulen. Und ja, dann haben die Leute halt irgendwie ein Jahr Deutsch gehabt oder so. Also das ist dann auch meistens jetzt nicht so wahnsinnig lang, sondern ein oder zwei Jahre vielleicht in der Schule. Und dann bleibt halt meistens nur hängen, wie kompliziert es halt ist mit den Artikeln. Und ich meine, ihr wisst das alle selber, du weißt das natürlich selber. Und das ist halt so das Klischee meistens.

Flemming:
Genau, ja, ja. Ja klar, also ich glaube, das ist allgemein bekannt. Ich glaube, wenn man viele Leute, die die deutsche Sprache auch schon länger lernen, die sagen aber auch, ja klar, es gibt schon sehr, sehr schwere Aspekte, die vergleichsweise einfach schwerer als andere Sprachen oder im Vergleich schwerer als andere Sprachen sind. Gerade das Thema Artikeldeklination und so weiter. Andererseits sagen viele Leute eben auch, dass Deutsch einfach sehr logisch ist. Wenn man es einem da verstanden hat, dann ist einfach vieles sehr klar strukturiert und logisch. Das ist natürlich auch so ein Punkt. Was mir aber noch zu dem anderen Punkt…

Feli:
Ich wollte noch ganz kurz sagen, die Aussprache auch zum Beispiel im Vergleich zum Englischen. Also einfach die Schreibweise, Rechtschreibung. Dass man einfach, wenn man einmal Deutsch lesen kann oder einfach mal die Aussprache kennt, dann kann man eigentlich alles lesen, auch wenn man es nicht versteht. Wohingegen im Englischen ja natürlich die Schreibweise so unlogisch ist in sich. Da habe ich auch ein Video mal dazu gemacht. Also jeder, der Englisch gelernt hat, kennt es ja wahrscheinlich. Aber es gibt auch immer noch manchmal neue Worte, die ich halt davor noch nie gehört habe oder so, wo ich erst mal schauen muss, wie spricht man das denn aus? Weil du kannst es dir nicht intuitiv zusammenreimen. Also es gibt dann so drei, vier verschiedene Möglichkeiten, wie man es wahrscheinlich ausspricht. Aber das ist halt im Deutschen echt ein Vorteil.

Flemming:
Ja, ja okay. Ja, ganz genau. Stimmt. Das ist auch in der Hinsicht sehr logisch. Was ich aber auch noch ganz interessant fand, um mal noch kurz als abschließenden Punkt, glaube ich, zurückzukommen auf das Thema. Genau, das Video, was du gemacht hast mit, wie war denn der Titel? Irgendwas mit, „Wie Hitler den Ruf der deutschen Sprache kaputt gemacht hat oder ruiniert hat“ oder sowas.

Feli:
Ja, ja.

Flemming:
Ja,  genau. Und das finde ich eben auch so interessant, weil im Endeffekt ist es so, du erklärst es ja in dem Video auch sehr, sehr gut. Warum denken wir oder warum denken so viele Leute, dass Deutsch so aggressiv ist? Eben allein deswegen, weil du hast ja dann auch viele Vergleiche. Es gibt ja diese dämlichen Videos, wo viele Leute einfach irgendwelche Wörter auf Deutsch einfach viel zu aggressiv oder zu laut aussprechen, wie du gesagt hast. Und man könnte dieselben Wörter ganz sanft und liebevoll aussprechen. Und dann würde Deutsch eben auch wie eine wunderschöne Sprache klingen. Genauso, vielleicht nicht ganz, aber fast so schön wie Italienisch, würde ich mal sagen.

Feli:
Ja, also klar ist es einfach von der Natur her schon jetzt nicht wahnsinnig melodisch oder nicht ganz so melodisch wie jetzt romanische Sprachen zum Beispiel. Aber genau, es ist eben nicht so aggressiv, wie es oft gesehen wird. Und ich habe auch oft Leute, also inklusive mein Freund zum Beispiel, als er mich das erste Mal so am Telefon gehört hat, aber auch andere Freunde, wenn die mich dann Deutsch reden hören, also so wirklich in der Unterhaltung, dass die dann danach sagen, „Hä, das war jetzt Deutsch, das klang ja voll schön. Also das klang ja voll harmlos und ganz liebevoll“. Ja, dass die dann wirklich überrascht sind danach.

Flemming:
Genau, genau, deswegen, also das meine ich eigentlich. Deswegen ist dieses Klischee einfach so ein bisschen, ja, einfach nicht, es stimmt einfach nicht, es ist einfach nicht richtig.

Feli:
Nee, genau. Ich habe auch ein Video dazu gemacht, ich weiß nicht, ob du das gesehen hast, aber es gibt ja eben diese Sketche, wo immer dann das spanische Wort gesagt wird, das englische, das italienische und dann kommt das deutsche so geschrien. Und ich habe das Gegenteil dazu einmal gemacht letztes Jahr. Und genau, also da habe ich dann einfach die anderen Sprachen geschrien oder halt hässlich ausgesprochen und das deutsche dann so ganz lieblich.

Flemming:
Sehr gut, hat mir sehr, sehr gut gefallen. Ja, genau, deswegen an der Stelle auch nochmal eine klare Empfehlung für deinen YouTube-Kanal. Also da kann man definitiv viel lernen. Auch wenn du auf Englisch redest, ist es trotzdem für jeden meiner Hörerinnen und Hörer hier definitiv interessant und relevant, weil du einfach auch viel, man lernt einfach auch viel über die deutsche Kultur. Deswegen klare Empfehlung meinerseits.

Feli:
Dankeschön.

Flemming:
Und ja, Feli, ich würde sagen, vielen, vielen Dank, das war ein mega cooles Gespräch mit dir. Hat mir richtig viel Spaß gemacht. Ich habe selbst auch was gelernt und ich hoffe und denke alle anderen hier auch. Wie geht es jetzt weiter bei dir?

Feli:
Ja, danke, dass ich da sein durfte.

Flemming:
Wie geht’s jetzt weiter bei dir? Was machst du so in den nächsten Jahren? Planst du in den USA zu bleiben?

Feli:
Oh. Ja, das ist eben die Frage. Mal schauen. Also mein Freund und ich wollen eigentlich voll gerne mindestens mal ein Jahr auch in Deutschland wohnen. Also das war auch bei ihm so, als er mich kennengelernt hat, so das Erste. So „Oh cool, du kommst aus Deutschland. Können wir nach Europa ziehen, bitte?“

Flemming:
Ah cool, okay!

Feli:
Und das ist auch so ein Punkt, dass oft Europa einfach so aus den USA wird einfach so als eine Einheit oft wahrgenommen. So „Wo kommst du her? Ach, du bist Europäerin, ach so.” Das habe ich mich auch nie wirklich so als Europäerin früher wahrgenommen. Also klar, vielleicht als EU-Bürgerin, so in dem Sinne, aber jetzt nicht kulturell als Europäerin. Weil wir wissen ja natürlich in Deutschland und in Europa, wie unterschiedlich Europa ist. Und das ist jetzt nicht so eine kulturelle Einheit. Aus amerikanischer Sicht ist das schon oft. Aber genau, also ja, eventuell machen wir das irgendwann. Aber langfristig, wie ich vorher gesagt habe, habe ich es nicht so richtig geplant. Und ich werde einfach schauen, wo mich der Weg hinführt, wie lange ich noch Lust auf YouTube habe und was das Leben so mit sich bringt. Eine Sache wollte ich noch kurz sagen, ich habe auch deutschsprachige Videos auf meinem Kanal. Also nicht viele, aber ein paar. Also es gibt zum Beispiel ein Video, da habe ich mit meinem sehr guten Kumpel Josh auf Englisch und auf Deutsch geredet. Das heißt, glaube ich „Our Bilingual Friendship“. Das ist ein Amerikaner, der komplett fließend auf Muttersprachlerniveau Deutsch spricht. Mit dem mache ich auch meinen Podcast zusammen. Da gibt es zum Beispiel was Deutsches. Mit einer Freundin habe ich auch vor ein paar Jahren mal ein komplettes Video auf Deutsch gemacht über ihre ersten Eindrücke über die USA. Also wenn ihr ganz genau sucht, dann findet ihr auch ein paar deutsche Videos zum Üben vielleicht.

Flemming:
Sehr gut. Perfekt, perfekt. Ich verlinke den Kanal auf jeden Fall in den Shownotes. Da könnt ihr dann alle euch mal durchstöbern und durchsuchen, was ihr da so interessant findet.

Feli:
Super, danke.

Flemming:
Genau, Feli, ich danke dir vielmals für das Gespräch. Vielen Dank, dass du da warst. Und ja, alles Gute für die Zukunft.

Feli:
Danke ebenfalls. Danke dir auch.

Flemming:
Dankeschön.

Feli:
Tschüss.

Flemming:
Ciao.

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ACHTUNG: Mein Sprachgarten für fließendes Deutsch ist fertig! Die Anmeldung startet ab dem 20. September und ist bis zum 27. September offen. Den Link erhältst du hier im Podcast oder über meinen Newsletter.

Willst du gleich weiterhören? Hier ein paar Vorschläge:

Feli findest du hier: 

https://www.youtube.com/@FelifromGermany
https://felifromgermany.com/
https://www.instagram.com/felifromgermany/?hl=de

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