#48 – Von Ostsee bis Pazifik: Was du über das Meer wissen solltest – mit Christian Weigand

Sprecher 1 (01:19)
Ja, moin liebe Leute, schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt, hier zu einer neuen Folge von Deutsches Geplapper. Freut mich sehr. Und heute mir hier virtuell gegenüber sitzt christian Weigand. Ja und mit Christian werde ich heute über seine Verbindung zum Meer sprechen, so wie ich euch eben schon in der Einleitung so’n bisschen erzählt hatte. Und es wird auch so’n bisschen in dieser Folge um die Bedeutung des Meeres für uns alle gehen. Also seid gespannt. Dazu gleich mehr. Ich sage erst mal moin Christian, schön, dass du da bist.

Sprecher 2 (02:06)
Moin Flemming, herzlichen Dank für deine Einladung.

Sprecher 1 (02:09)
Ja, sehr, sehr, sehr, sehr gerne. Freut mich sehr. Wir haben uns… wir haben ja eben schon drüber gequatscht, dass wir… dass das alles sehr spontan funktioniert hat. Ich bin ja Hörer deines Podcasts „Helden der Meere“ und darüber bin ich dann quasi zu dir gekommen und hab mir gesagt ja, den brauche ich auf jeden Fall unbedingt mal hier bei Deutsches Geplapper. Und jetzt hat es tatsächlich geklappt. Also eine Woche oder vor einer Woche angeschrieben und schon eine Woche später sitzen wir hier und nehmen auf. Also so kann es manchmal auch funktionieren.

Sprecher 2 (02:38)
Absolut. Und ich habe es in meinem Podcast ja auch, in jeder Folge einen Gast zu Gast und manchmal ist man wirklich Jahre… Ich hatte wirklich schon Gäste da hat es Jahre gedauert, bis man den Termin gefunden hat. Und manchmal ist es wirklich, ey in zwei Tagen nehmen wir auf – perfekt. Das liebe ich immer. Und deswegen schön, dass das jetzt auch so geklappt hat.

Sprecher 1 (02:58)
Auf jeden Fall. Genau und bevor du gleich noch mal ein bisschen was zu dir sagen kannst, damit die Leute auch wirklich verstehen, wer du bist und was du machst, wollte ich dir erst mal kurz eine Frage stellen und zwar: Kennst du das Lied „Gente di mare“? Das ist so ein italienischer Song. „Gente di mare“ von von Umberto Tozzi und Raf, glaube ich.

Sprecher 2 (03:20)
Also ohne dass du ihn mir vorsingst, kenne ich ihn glaube ich nicht. Also nur vom Namen her sagt es mir noch nichts.

Sprecher 1 (03:27)
Ich kann mal ganz kurz die Melodie anstimmen. Der Refrain, der geht so: „Gente di mare, dove gli pare“, irgendwie so.

Sprecher 2 (03:38)
Ich glaube tatsächlich, ich kenn den Song nicht, sorry.

Sprecher 1 (03:41)
Okay, kein Problem. Pass auf. Ist auch gar nicht wichtig, weil ich habe einfach… Bei der Recherche zu dieser Folge kam mir dieses Lied einfach in den Sinn, weil es eben mit dem Meer zu tun hat und mit den Menschen des Meeres, also „gente di mare“. Und da hab ich so eine kleine Textpassage rausgenommen, die mir jetzt einfach so richtig passend schien für die Einleitung unserer Folge. Ich les das mal kurz vor. Also erst mal auf Italienisch, danach übersetze ich’s dann mal kurz. Also alle Italiener und Italienerinnen hier mal kurz aufgepasst: „Gente die mare che se ne va, dove gli pare. Dove non sa. Gente che muore di nostalgia, ma quando torna doppo un giorno muore, per la voglia die andare via.“ Ja, jetzt habe ich mich ein bisschen verplappert. Übersetzt auf Deutsch: „Menschen des Meeres, die weggehen, wohin es ihnen beliebt. Wohin, weiß man nicht. Leute, die vor Heimweh sterben. Doch dann, wenn sie vom Meer zurückkehren, am nächsten Tag vor Fernweh sterben. Ja, was denkst du über diese Worte Christian?

Sprecher 2 (04:47)
Passend. Ja, absolut passend. Das beschreibt beschreibt mich ganz gut. Auch wenn ich glaub ich vor Heimweh noch nie gestorben bin. Das Fernweh nach dem Meer, das ist da schon deutlich tödlicher, würde ich sagen. Ja, also, ich lebe tatsächlich mitten in Deutschland, also weit vom Meer entfernt. Und das ist einer der größten Widersprüche meines Lebens, dass ich, der das Meer so liebt und ganz speziell das Surfen, also ich, ich liebe es, auf Wellen zu reiten. Das ist für mich das größte Gefühl, was ich überhaupt kenne. Aber auch das Abtauchen, Schnorcheln usw.. Also man kann so viele tolle Sachen am Meer machen. Und ich, der das alles so großartig findet, ich wohne hunderte Kilometer vom Meer entfernt und das ist wirklich ein großer Widerspruch. Und gleichzeitig habe ich den Ort am Meer, wo ich sagen würde, hier passt alles, das ist für mich ein Zuhause, noch nicht gefunden. Auch obwohl ich danach gesucht habe, sondern irgendwie gehöre ich dann doch auch hierhin und jetzt durch meinen Job, ich halte viele Vorträge überall in Deutschland, macht es auch Sinn, zentral in Deutschland zu wohnen. Und ich muss irgendwie diesen Widerspruch aushalten. Einerseits für das Meer zu leben, es zu lieben und gleichzeitig dann doch irgendwie so eine Fernbeziehung führen zu müssen. Und deswegen, diese Zeilen, die du grad vorgelesen hast, ja, wie für mich geschrieben. Gut ausgewählt, Flemming!

Sprecher 1 (06:13)
Sehr gut. Ja, genau, habe ich mir gedacht. Aber ich hab… Genau ich erkenne mich da selbst natürlich auch so ein bisschen wieder, oder ich denke, viele, viele Leute. Diese Zeilen drücken ja auch einfach das aus, was viele Menschen denken, wenn sie am Meer sind bzw. wenn sie das Meer wieder verlassen müssen. Das Meer fasziniert einfach, es zieht einen in die Ferne und auch wenn man Heimweh hat, möchte man trotzdem irgendwie dableiben. Also ich kann das so persönlich von mir sagen, also egal ob es jetzt… Egal ob ich von einer Reise zurückkomme, was weiß ich am Atlantik oder so. Ich hab ja auch gerade erzählt, ich bin auch Surfer, also ich kenne das Gefühl. Und wenn ich dann vom Atlantik zurückkomme, hier in meine Heimatstadt, will ich eigentlich auch gleich wieder dahin, vermisse das Rauschen der Wellen. Und selbst wenn ich, ich meine, ich lebe an der Ostsee und selbst wenn ich hier am Strand spazieren gehe und dann gehe ich den Dünen aufgang hoch und an die Promenade und ich drehe mich immer noch mal um. Ich drehe mich immer noch mal um, um ein letztes Mal quasi Tschüss zu sagen, obwohl ich morgen wiederkommen könnte. Genau, also das ist wirklich so, es zieht einen an. Es zieht einen in seinen Bann, oder?

Sprecher 2 (07:25)
Ja, und du hast alles richtig gemacht. Du wohnst jetzt am Meer. Und ja, cool, als Surfer. Wie kam es dazu? Wann hast du mit dem Wellenreiten begonnen?

Sprecher 1 (07:34)
Das ist, 2017 glaube ich. Genau 2017, da hatte ich so eine… Ganz klassischer Weg. Also, ich glaube, jeder Surfer würde das jetzt sagen, das ist so dieser ganz klassische Einstieg. Ich war in Indonesien, auf Bali.

Sprecher 2 (07:50)
Oh, wow.

Sprecher 1 (07:52)
Ja, also das waren so die ersten Erfahrungen. Da haben so ein paar Freelancer mich quasi angeschubst. Das war kein richtiger Surfkurs. Ich lag mehr auf meinem Brett als dass ich stand aber hab da einfach schon so dieses Gefühl gehabt, boah, das ist geil, das will ich häufiger machen. Und seitdem bin ich eigentlich jedes Jahr, habe ich jedes Jahr mehr Wellentage und habe dann jetzt auch schon Surfcoachings und Surfcamps hinter mir. Und genau.

Sprecher 2 (08:20)
Cool. Ja, irgendwann müssen wir mal zusammen surfen gehen.

Sprecher 1 (08:24)
Sehr gerne.

Sprecher 2 (08:24)
Kannst du eigentlich dieses Gefühl beschreiben, was du meintest, du hast mehr auf dem Brett gelegen am Anfang, aber irgendein Gefühl muss es ja gewesen sein, was diesen Funken überspringen lässt. Und ich werde oft gefragt, „Wie fühlt sich das denn an?“ Und ich finde, es ist so schwierig. Wie würdest du es beschreiben?

Sprecher 1 (08:40)
Wow. Ja, das ist hart. Also, ich glaube, die größte Faszination, die davon ausgeht, ist einfach, dass du dich in einem hohen Tempo fortbewegst und das eben durch die Kraft der Natur gesteuert wird. Also, dass du einerseits dieses Gefühl hast, du gibst Kontrolle aus der Hand, weil du, ja, weil die Natur dich gerade eben steuert. Es ist eine Welle, die hinter dir ist. Es ist reine Energie, die dich Richtung Ufer pusht. Und auf der anderen Seite bist du eben auch darum bemüht, aufzustehen, irgendwie mehrere Fähigkeiten miteinander zu kombinieren. Also das hatte ich damals noch nicht. Damals hatte ich gar keine Fähigkeiten, heute weiß ich eben, was dazugehört. Ja es ist einfach diese Kraft, die dahinter steckt, der man irgendwie ausgesetzt ist. Und das hat einerseits ja so ein bisschen manchmal auch was sehr Beängstigendes, wenn die Wellen auch sehr, sehr groß und kraftvoll sind, das kennst du.

Sprecher 2 (09:42)
Ja, ja.

Sprecher 1 (09:43)
Und auf der anderen Seite ist es dann aber einfach unbeschreiblich, wie fliegen, oder Ich stell mir vor, dass fliegen so ähnlich ist. Ja, oder wie würdest du es beschreiben?

Sprecher 2 (09:52)
Ja, ich würde sagen, also fliegen ist wahrscheinlich fast so schön wie Surfen. Aber du hast es genau richtig gesagt. Dieser magische Moment, wenn die Kraft der Natur oder manchmal auch die Gewalt der Natur, diese riesigen Wellen, es können auch kleine Wellen sein, die machen genauso Spaß. Aber manchmal gibt es auch große Wellen, dann hast du noch so einen Faktor, dass es dir wirklich auch ein bisschen Angst einflößt, oder Respekt zumindest. Und du kannst sie nicht kontrollieren. Die Welle ist so, wie sie ist. Da kannst du dich auf den Kopf stellen oder sonst was. Das ist Natur, die ist einfach entstanden aus der Kraft der Natur. Und dann gibt es diesen magischen Moment, wenn du es dann schaffst, mit dieser Energie zu verschmelzen und dich damit zu verbinden. Und das ist die Kunst. Du musst die Welle lesen, um sie zu erkennen für das, was sie ist. Und wenn du das schaffst, dann kannst du ganz lange auf dieser einen Welle reiten und hast auch so ein Gefühl von Verbundenheit. Also ich finde, gerade wenn man so ein bisschen besser surfen lernt, dann merkt man total: hatte man in der Welle eine Connection, hatte man eine Verbindung mit der Welle oder hat man irgendwie nur so sein Ding gemacht? Und wenn man nur sein Ding macht, dann macht die Welle schnell was anderes und der Ritt ist vorbei. Aber wenn man so die Verbindung zur Welle bekommt, dann klickt das auf einmal so und man weiß schon, was als nächstes passiert und man wird so eins mit dieser Kraft der Natur. Und das gibt mir so eine Euphorie, das gibt mir so ein Glück. Man springt dann am Ende aus der Welle raus und ich habe dann oft den Kopf unter Wasser und schrei einfach nur vor Freude das alles aus mir raus. Und selbst wenn ich gerade eben komplett K.O. War, weil ich schon seit drei, vier Stunden im Wasser paddel, nachdem ich so eine Welle hatte, da werden wieder alle Drogen, die irgendwie mein Körper produzieren kann, ausgeschüttet, alles Adrenalin und ich habe doch nochmal die Kraft, noch ein weiteres Mal rauszupaddeln, um das noch einmal erleben zu können.

Sprecher 1 (11:37)
Und das eine Mal wird dann meistens eher nicht so gut, wie das Mal davor, aber das ist erst mal egal, aber ich weiß genau, was du meinst. Man braucht nur diese eine, also manchmal braucht man wirklich nur diese eine Welle.

Sprecher 2 (11:49)
Und der ganze Urlaub hat sich gelohnt.

Sprecher 1 (11:54)
Wir verstehen uns! Christian, ich merk das schon, das ist sehr, sehr schön. Genau, also wir können uns an anderer Stelle nochmal privat treffen, damit wir so ein bisschen übers Surfen quatschen können. Heute haben wir noch ein paar andere Themen hier auf der Agenda.

Sprecher 2 (12:08)
Sorry, dass ich dir da jetzt einen Podcast so sprenge.

Sprecher 1 (12:12)
Absolut nicht, absolut nicht. Darum gehts hier ja. Vielleicht haben die Leute jetzt auch einen kleinen Eindruck davon, warum Surfen einfach so geil ist. Ne also, kann man wirklich nur jedem empfehlen. Und genau. Jetzt aber nochmal kurz zu deinem Podcast bzw. ähm zum Thema „Helden der Meere“. Du interviewst ja dort Leute, die mit dem Meer verbunden sind, also die eine sehr starke Verbindung zum Meer haben. Wir gehen das später noch ein bisschen genauer darauf ein. Was ich aber an diesem Podcast auch so cool finde, sind deine Kategorien. Du hast ja, du leitest ja durch den Podcast mit mehreren Kategorien und in jeder Kategorie sprichst du so einen bestimmten Punkt an oder stellst du so bestimmte Fragen, so als roten Faden quasi. Und eine dieser Kategorien finde ich immer besonders schön. Und zwar das Meeresrauschen. Magst du mal kurz erklären, was das Meeresrauschen ist?

Sprecher 2 (13:12)
Ja, das Meeresrauschen ist bei mir tatsächlich auch immer die erste Kategorie, in der es darum geht, dass der Gast eine Geschichte erzählt, wie er oder sie das Meer am liebsten erlebt. Also der perfekte Moment am Meer. Hat verschiedene Aspekte, warum ich diese Kategorie ganz gut und clever finde. Erstens kommt jeder mal im Thema an und erlebt schon einmal, das Meer aus der Sicht des Gastes. Und zweitens hat der Gast natürlich auch gleich am Anfang, manche sind ja auch aufgeregt, wenn sie in den Podcast kommen, die Möglichkeit, erst mal so eine richtig schöne Erinnerung rauszuholen oder einen schönen Moment zu kreieren. Sie dürfen sich im Zweifelsfall auch so einen Wunschtag zusammenbasteln und danach sind eigentlich immer alle gut drauf und man hat ein richtig gutes Gespräch vor sich.

Sprecher 1 (13:53)
Sehr geil. Ich meine, wir sind schon gut drauf und ich glaube, das wird ein richtig gutes Gespräch. Und trotzdem möchte ich mit diese Kategorie mal machen, dass du quasi selbst mal deine Kategorie hier durchläufst. Also Wellenrauschen, Christian: Was ist so für dich der perfekte Tag am Meer? Wie sieht der aus?

Sprecher 2 (14:09)
Also der perfekte Tag für mich beginnt immer ganz früh. Ich bin wirklich ein absoluter Nerd, wenn es um’s Surfen geht. Und mein perfekter Tag ist natürlich vom Wellenreiten geprägt und ich liebe es, wenn die Wellen noch leer sind. Ich liebe es, wenn überhaupt kein Wind weht. Also es ist ganz windstill, also das Meer, das liegt so glatt vor uns wie ein Spiegel. Und ich komme wirklich schon im Dunkeln an und man sieht so den ersten Schimmer von der Dämmerung am Horizont über dem Meer. Und dann ziehe ich mich schon um, weil ich habe natürlich gesehen, die Wellen sind so gut, wie ich es mir erhofft habe. Ich habe vor mir ein schönes Riff liegen und da läuft eine Welle drüber, die ist so, naja, vielleicht so zwei, drei Meter groß, hat aber gut Druck. Und dann bin ich schon ganz aufgeregt. Und dann mache ich mich ganz leise, weil ich will niemand anders wecken, damit am besten niemand merkt, wie gut es jetzt schon ist, ziehe ich mich dann schon ganz leise um, zusammen mit einem guten Freund. Und dann paddeln wir zusammen raus, wenn man so das erste Licht hat und grad was sehen kann. Und im Idealfall habe ich dann einfach für zwei, drei, vier, fünf, also wenn es wirklich extrem gute Wellen sind und ich auch körperlich grad fit bin, weil ich mich schon bisschen warm gesurft habe, dann verbringe ich wirklich den ganzen Vormittag im Wasser und surfe diese Wellen. Und dann steht man einfach auf diesen, man nennt das als Surfer so „glassy“, also auf diesen Wellen, wo das Wasser so glatt wie Glas ist, weil eben kein Wind weht. Und diese Wellen, die sehen dann einfach perfekt aus. Die sind nicht grob, durcheinander und chaotisch, sondern die sind richtig perfekt organisiert wie perfekte Linien, kommen die reingelaufen und dann sehe ich mich da auf diesen Wellen, wie ich die Welle surfe und mein Kumpel paddelt gerade raus und jubelt mir zu. Und wenn ich dann mit meiner Welle fertig bin und wieder raus paddel, dann surft mir mein Kumpel entgegen und ich kann ihm zujubeln. Und irgendwann sind die Arme so schwer, dass man sagt „Boah, mit der nächsten Welle gehe ich jetzt raus“, man hat ein schönes Frühstück, am besten scheint die Sonne und man macht erst mal wirklich so zwei, drei Stunden Pause, die braucht man dann auch. Ja und im Idealfall geht es danach direkt wieder ins Wasser, die nächste Session wartet und irgendwann ist man dann einfach auch durch. Wenn man dann fünf, sechs, sieben Stunden, das ist wirklich so das Maximum, was für mich an einem Tag drin ist, im Wasser war, dann geht es irgendwo hin, essen. Weil dann braucht man echt einen richtig großen Teller leckeres Essen. Und dann sitzt man im Idealfall dann abends noch zusammen, irgendwo am Lagerfeuer, am Kamin, wo auch immer man gerade surfen war, und sagt sich dann um 9:00 abends „Gute Nacht“, weil man sagt, wir brauchen jetzt genug Regeneration, weil morgen früh in der Dunkelheit geht es ja schon wieder los.

Sprecher 1 (16:43)
Ganz genau. Geil Christian, perfekt. Perfekt beschrieben, da schließe ich mich 100% an. Vielleicht nicht bei der Größe der Wellen, ich glaube bei drei Meter, das ist mir schon ein bisschen zu krass. Das kommt so ein bisschen auf den Druck, auf die Kraft der Wellen an. Wie lange surfst du schon?

Sprecher 2 (17:00)
Ich habe 2010 damit begonnen und mache das jetzt so seit 12/13 Jahren etwa. Ja, genau. Und ich bin wirklich niemand, der da jetzt so Rambo-mäßig, Adrenalinjunkie, riesen Wellen. Also ich bin eher relativ vorsichtig, aber in den letzten Jahren habe ich dann doch so ein bisschen Selbstbewusstsein auch bekommen, wenn die Wellen mal ein bisschen größer werden. Und genau das macht dann auch Spaß, wenn dieser Nervenkitzel noch so ein Teil davon ist. Finde ich schon auch spannend.

Sprecher 1 (17:32)
Vollkommen richtig, ich weiß, was du meinst. Genau. Aber das braucht dann immer so ein paar Jahre, bis das dann wirklich drin ist. Es ist wie du sagst, mit der Erfahrung, mit den steigenden Fähigkeiten, sinkt ja auch so ein bisschen die Angst vor den großen Wellen. Aber da hast du auf jeden Fall sieben Jahre mehr Erfahrung auf dem Buckel. Das macht schon was aus.

Sprecher 2 (17:50)
Absolut.

Sprecher 1 (17:53)
Okay Christian, mal ganz direkt gefragt: Warum denn jetzt das Meer? Was fasziniert dich daran so? Es hätten ja auch die Berge sein können, oder die Wälder, oder was auch immer. Warum das Meer? Du bist ja auch in einer Region aufgewachsen, die jetzt nichts mit dem Meer zu tun hat eigentlich.

Sprecher 2 (18:09)
Ja. Zugegebenermaßen aber auch nichts mit den Bergen, sondern hier, ich bin in Mittelhessen aufgewachsen, da gibt’s einfach Hügel und Wälder. Und ich habe da irgendwie so von diesen Outdoorsportarten nie das gehabt, was mich so richtig gezündet hätte. Und dann habe ich nach meinem Abi eine Weltreise gemacht und bin dann in Neuseeland, Australien einfach viel Zeit am Meer gewesen. Und ich habe in Australien dann mit dem Surfen begonnen und da hatte ich dann eines Morgens genau so eine Erfahrung. Ich bin frühmorgens an Strand gegangen und dann gab es da einen so perfekten Morgen. Ich habe in jeder Welle Fische schwimmen sehen und es war wirklich, das war so… Früher waren meine Glücksmomente bis zum Abi einfach, wenn ich irgendwas gezockt habe am Computer oder wenn ich irgendwo in der Disco war, bei einer lauten Party, aber nicht unbedingt draußen in der Natur. Und durch das Surfen hat sich das gewandelt. Ich hatte an diesem einen Morgen in Australien, an den ich mich noch wirklich so gut erinnere, so ein Glück, so eine Freude, das kannte ich vorher nicht. Und das hat mich so gepackt und fasziniert, dass ich gesagt hab, davon will ich mehr haben. Und das hat meinen Blick auf die Welt, auf die Natur und auf mich als Person dann schrittweise immer weiter verändert. Und ja, irgendwie war seitdem dann irgendwie wirklich das Meer für mich so ein Anker, wo ich gesagt habe, ich will da immer wieder hin, zurück. Irgendwie war ich einfach schockverliebt. Das kann man nicht anders sagen.

Sprecher 1 (19:35)
Geil, okay. So ein bisschen süchtig einfach auch nach dem Gefühl.

Sprecher 2 (19:39)
Ja und je mehr man es macht, desto schlimmer wird die Sucht. Also auch beim Surfen. Je mehr ich surfe, desto mehr Spaß macht es. Ich bin in einer absoluten downward spiral, was die Sucht nach dem Meer angeht.

Sprecher 1 (19:56)
Ja, das ist ja auch okay, solange man das irgendwie noch halbwegs befriedigen kann. Ja also ich kann verstehen, wovon du redest. Genau und das war so ein bisschen der Startpunkt dafür und dann hast du dich ja, ist dein Lebensweg ja in eine Richtung gegangen, die heute im Prinzip zu deinem Alltag, zu deinem Job geworden ist.

Sprecher 2 (20:19)
Genau.

Sprecher 1 (20:19)
Ich habe schon erzählt, du hast deinen Podcast „Helden der Meere“. Und hinter dem Podcast steckt ja auch noch viel mehr. Ja, vielleicht kannst du mal dazu ein bisschen was sagen. Was ist dein Ziel mit dem Podcast? Und was machst du, wenn du eben nicht surfst oder nicht gerade Podcast aufnimmst?

Sprecher 2 (20:37)
Ja. Genau. Also ich bin von Beruf Speaker und Moderator und habe tatsächlich angefangen, Vorträge zu halten. Ich habe nämlich festgestellt, alle wissen davon, dass wir Problem in den Meeren haben. Alle wissen vom Klimawandel, aber wir handeln nicht danach. Ich habe da tatsächlich am Ende meines Studiums, ich bin Umwelt- und Ressourcenökonom, auch eine größere Forschungsarbeit gemacht, die genau das gezeigt hat. Und dann habe ich gedacht, wie kann das denn sein? Wir haben hier Probleme, die uns als Menschheit bedrohen, wir wissen das, aber wir tun nichts. Und dann habe ich gedacht, das möchte ich ändern. Und dann habe ich „Blue Awareness“ gegründet, „blaues Bewusstsein“ und wollte eben ein Bewusstsein schaffen, bei dem wir ins Handeln kommen. Und ich glaube, ganz wichtig sind dabei die Emotionen, die vermittelt werden. Emotion – Energie in motion. Da steckt schon drin: Emotionen lösen in uns Handlungen aus. Und bisher haben wir oft das Problem, dass wir sehr logisch orientiert das Problem eher beweisen und erklären, „das ist wirklich da und es ist wirklich größer geworden und es ist ganz dringlich und so“, aber damit machen wir das Problem immer größer. Es wird ja auch immer größer. Das Problem ist nur, wenn wir merken, es wird immer größer, das Problem, dann fühlen wir uns selbst immer kleiner und immer hilfloser. Wenn man sich hilflos fühlt, dann macht man nichts. Dann weiß man zwar davon, aber man tut nichts. Und ich glaube, genau das Problem haben wir ganz häufig. Und deswegen habe ich versucht, mit den Sachen, die ich mache, ganz andere Emotionen zu wecken, nämlich Begeisterung und Freude da über das Meer zum Beispiel. Also ich hänge das natürlich an den Meeren auf, weil ich davon so begeistert bin. Und wenn man diese Begeisterung hat, was man liebt, das will man schützen, dann hat man auch eine Motivation, das zu schützen. Und dann kann man sich auch mal anschauen, welche Probleme haben wir aber gerne auf einem individuellen Level. Also nicht 5.000.000.000.000.000.000 Plastikteile schwimmen in den Meeren, was zwar stimmt, aber das kommt uns doch viel zu groß vor. Schauen wir uns lieber an, was können einzelne Plastikteile in den Meeren anrichten? Weil so ein einzelnes Plastikteil, das benutzen wir selbst ja auch immer wieder. Und genau deshalb versuche ich, das auf so eine individuelle Ebene zu bringen. Aber ich will ja niemanden runterziehen, ich will nur zeigen ey, wir sind halt einfach ein Teil des Problems. Aber jeder von uns und jede von uns kann auch zu einem Teil der Lösung werden. Und dafür gibt es so viele Möglichkeiten und die sind relativ einfach. Das ist gar nicht so schwer wie viele denken. Und genau deshalb halte ich dann eben solche Vorträge, um die Leute zu motivieren, selbst vom Wissen ins Handeln zu kommen. Und zu dem Podcast kam ich dann, als Corona angefangen hat und ich auf einmal gar keine Vorträge mehr halten konnte. Dann saß ich hier zu Hause und habe mich gefragt „Was machst du jetzt?“ Ich war total frustriert, weil ich diese Begeisterung, die ich eigentlich fast täglich weitergegeben habe, nicht mehr weitergeben konnte. Und dann hatte ich die Idee, was wäre denn jetzt mit einem Podcast, bei dem ich nicht nur meine Geschichte erzähle, sondern bei dem ich die ganzen Menschen interviewen kann, die mich für die Meere begeistern? Und so ist dann „Helden der Meere“ entstanden und für mich war es fast wie ein Geschenk durch Corona. Denn ich hätte vorher nie die Idee gehabt, das jetzt wirklich so professionell aufzuziehen, da so viel Zeit reinzustecken. Aber mittlerweile liebe ich es so sehr, mit diesen Menschen zu sprechen, diese Helden der Meere zu interviewen. Und ja, das ist echt einfach ein riesen Geschenk, jedes Mal wieder diese Gespräche führen zu dürfen.

Sprecher 1 (24:07)
Geil! Ja, das merkt man in deinen Podcastfolgen. Ich kann an dieser Stelle auch schon eine ganz klare Empfehlung hier an alle Zuhörerinnen und Zuhörer aussprechen. Ist wirklich ein super Podcast, auch wenn er sich an Muttersprachler, an deutsche Muttersprachler richtet. Aber ihr habt alle ein gehobenes Niveau, also ihr werdet das auch schaffen. Ihr werdet auch diesen Podcast verstehen, zumal die Sprache sehr, sehr klar ist und viel Umgangssprache im Podcast auch enthalten ist. Also es ist wirklich ein sehr interessantes Thema und sehr gut, um zu lernen. Und ich gehe da aber später noch mal darauf ein. Wir kommen noch mal zurück zum Thema, weil wir müssen noch mal kurz zurückspringen. Du hast gerade auch gesagt, ja, du versuchst oder du willst nicht dieses Problem die ganze Zeit ansprechen, die Leute quasi ohnmächtig machen damit und die Leute quasi immer kleiner machen und das Problem immer größer sozusagen. Und ich verstehe diese Motivation dahinter vollkommen. Und lieber die Schönheit zeigen und das Schöne dann beschützen wollen. Das ist genau der Sinn dahinter. Und ich glaube, das ist genau die Herangehensweise, die man hier nutzen sollte. Nun ist es aber so, in diesem Podcast haben wir jetzt Hörerinnen und Hörer auf der ganzen Welt in 147 verschiedenen Ländern. Und wir müssen ja auch mal davon ausgehen, dass das Bewusstseinsniveau oder dass das Bewusstsein für die Problematik, die im Zusammenhang mit dem Meer oder mit dem Meeresschutz besteht, einfach nicht überall so ist wie in Deutschland. Deswegen würde ich ganz kurz noch mal darauf eingehen oder dich bitten, dass wir noch mal ganz kurz oder du noch mal ganz kurz darauf eingehst: was ist denn das Problem? Was ist denn das Problem? Du hast gerade schon Plastikmüll erwähnt. Aber vor welchen Herausforderungen stehen wir, wenn es jetzt um den Schutz der Meere geht? Und wie beeinflusst das unser aller Leben?

Sprecher 2 (25:57)
Was ist denn eigentlich das Problem? Also mit Plastik haben wir ein riesengroßes Problem. Denn Plastik, was eigentlich mal eine grandiose Erfindung war, das ging in den 50er Jahren los, dass das viel benutzt wurde. Man konnte ganz günstig daraus die verschiedensten Dinge herstellen. Man konnte es formen, wie man wollte, es kann hart sein, es kann weich sein, es kann jede Farbe annehmen oder durchsichtig sein. Und das Beste am Plastik: es hält Ewigkeiten. Also das geht nicht so schnell kaputt. Also selbst wenn es mal draußen im Regen steht oder nass wird oder ähnliches, Plastik hält lange. Das ist ja auch etwas Gutes, wenn man Material hat, was lange hält. Das Problem ist nur, wenn es dann mal in die Natur gelangt, dann ist das dort auch ein Stoff, der lange hält. Und mit lange meine ich so eine normale Plastiktüte, die braucht 20 Jahre bis sie zerfällt. Aber sie zerfällt dann nicht und ist verschwunden, biologisch abgebaut, sondern sie zerfällt in Mikroplastik. Das sind diese winzig kleinen Plastikteilchen, die werden einfach immer kleiner, aber die lösen sich niemals so richtig auf. Und dieses Mikroplastik, das ist wirklich überall mittlerweile. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen suchen das überall und sie finden es überall. Auf dem Schnee des Mount Everest, in der Atmosphäre, im Grundwasser, selbst im menschlichen Blut. Überall findet man das Mikroplastik. Und das ist wirklich so weitverbreitet, dass jeder Mensch von uns im Durchschnitt fünf Gramm Mikroplastik pro Woche isst. Das entspricht etwa so einer EC Karte, wie wir sie kennen. So viel essen wir jede Woche, weil das einfach in diesen kleinsten Teilchen schon überall drin ist. Ja und so eine Plastiktüte, die braucht 20 Jahre, bis sie zu Mikroplastik zerfällt. So eine PET-Flasche, wie wir sie zum Beispiel von Coca Cola kennen, die braucht bis zu 450 Jahre. So und damit sieht man schon mal, okay, das Plastik hält ganz lange und so richtig verschwinden tut es nie. Wo ist jetzt das Problem? Das Problem ist, dass wir aus Plastik nicht nur Sachen herstellen, die lange halten sollen, sondern wir stellen auch ganz viele Sachen her, die wir eigentlich nur einmal benutzen. Oder die schnell irgendwo im Müll landen. Oder in vielen Ländern, wo es kein gutes Müllsystem gibt, in der Natur landen. Oder in Ländern, wo es ein tolles Müllsystem gibt, wie bei uns in Deutschland zwar im Müll landet und sortiert wird, aber dann ins Ausland exportiert wird. In Länder, wo man weiß, dort ist es schwierig, wie mit dem Müll umgegangen wird. Also auch ganz viel von unserem gut sortierten Müll, bei dem wir das Gefühl haben Mensch, das haben wir jetzt aber toll recycelt, auch Müll davon landet irgendwo an anderen Orten wieder in der Natur. Also eigentlich ist, sobald wir Plastik benutzen, nicht ganz klar, kann das eigentlich wieder so richtig gut entsorgt werden? Und wenn das Ganze dann in der Natur landet, dann wird das Ganze richtig kritisch. Weil Tiere können das nicht unterscheiden, dass das ein synthetischer Plastikstoff ist und eben nichts Natürliches. Und ganz oft glitzert das schön, hat tolle Farben und tolle Formen. Und über 90% aller Seevögel haben Plastik in ihren Mägen, weil sie denken, das sind irgendwelche Fische oder Krebse. Ja und auch Wale zum Beispiel fressen dann irgendwelche Plastiktüten oder Schildkröten, weil so eine Plastiktüte unter Wasser sieht aus wie eine Qualle. Also es fängt dann ganz schnell an, dass die Tiere sich darin verheddern, sich darin strangulieren, das Ganze aufessen und sich deren Mägen füllen. Und Plastik ist eben so haltbar, dass selbst Magensäure dem Plastik nichts anhaben kann. Also die wird nicht verdaut, sondern das Plastik bleibt im Magen. Und irgendwann passt da gar nichts anderes mehr rein und dann verhungern die Tiere mit vollem Plastikmagen. Und immer wieder werden dann Wale angespült und Ähnliches, die man dann untersucht und dann stellt man fest: Mensch, der ganze Magen war so voller Plastik, die hatten gar keine Chance. Also man merkt dann wirklich, es sind am Ende diese einzelnen Plastikteile, die dann für irgendein Lebewesen ein richtig trauriges Schicksal bedeuten. Und die große Herausforderung, vor der wir jetzt stehen, ist, dass wir die Meere in Wirklichkeit gar nicht aufräumen können. Es gibt zwar immer wieder Bemühungen, in den Meeren aufzuräumen und ich habe auch schon bei so vielen Beach Clubs mitgemacht und immer wenn ich am Strand bin, sammele ich auch ein paar Teile ein und das ist gut, weil diese Teile sind dann nicht mehr in der Natur und können keinen Schaden mehr anrichten. Aber es ist so viel Plastik bereits in den Meeren und die Meere, die sind so groß und so tief. Und das Plastik, das sinkt im Laufe der Zeit auch nach unten, das schaffen wir niemals komplett aufzuräumen. Die Herausforderung, vor der wir jetzt stehen, ist nicht, dieses Problem zu beseitigen. Das ist utopisch, sondern das Problem nicht noch größer werden zu lassen. Wir müssen jetzt aufhören, immer mehr Plastik zu produzieren und zu konsumieren, denn ein kleiner Teil davon landet halt immer in den Meeren und die können nicht mehr. Also wir müssen jetzt aufhören, immer mehr Plastik zu benutzen.

Sprecher 1 (30:55)
Okay. Ja, das ist jetzt, das wäre jetzt die Frage gewesen: Was tun wir, wenn du sagst, wir können das Problem eigentlich nicht wirklich lösen, wir können nur verhindern, dass es schlimmer wird. Das ist ähnlich wie mit dem Klimawandel, wir können ihn eigentlich nicht mehr wirklich aufhalten, wir können nur noch die Stärke bestimmen, mit der er uns trifft. Genau. Und dazu ist es jetzt die Zeit zu handeln. Genau, hatten wir ja schon angesprochen. Also du hast jetzt gesagt, es ist im Prinzip nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, wenn ich jetzt am Strand lang gehe, also das mache ich auch in der Ostsee, am Ostseestrand lang gehee und Plastikteile mitnehme. Aber das ist jetzt nichts, was irgendwie noch sonderlich großen Einfluss nimmt, oder wie würdest du es sagen?

Sprecher 1 (31:39)
Also ich glaube, Plastikteile am Strand einsammeln ist super. Ja, du solltest das weitermachen. Finde ich großartig und auch ich mache das weiterhin und zwar voller Überzeugung. Aber ich mache das nicht, weil ich davon ausgehe, dass ich damit die Plastikverschmutzung ein für alle mal aus den Meeren verbannen kann, sondern ich mache das, weil ich weiß, jedes Teil was da liegt, ist quasi nochmal weiterer Schaden der angerichtet wird. Das möchte ich nicht. Ich glaube, was uns jetzt hilft, ist zu sagen okay, das Problem ist da, das ist auch groß, das können wir jetzt nicht mehr ändern. Jetzt sind wir… Starten wir mal von jetzt: also wir haben jetzt realisiert, das Problem ist da. Was wir verändern können, ist, wie wir uns von jetzt an verhalten. Und wie ich eben schon gesagt habe, wir sollten statt jetzt ganz zu überlegen, wie kriegen wir das alles sauber, erstmal gucken, dass wir weniger Müll in die Meere bringen. Als kleines Beispiel: Ich vergleiche das immer mit einer Badewanne. Wenn eine Badewanne überläuft, Flemming, was ist das Erste, was du tust?

Sprecher 1 (32:43)
Den Stecker ziehen? Oder aufpassen, den Wasserhahn zumachen wahrscheinlich.

Sprecher 2 (32:48)
Genau. Du würdest den Stöpsel erst mal rausziehen und den Wasserhahn zumachen. Einen Stöpsel haben wir bei den Meeren nicht. Aber wir könnten den Wasserhahn zudrehen. Und der Wasserhahn bedeutet, das ganze Plastik, was in die Meere reinkommt. Und bei deiner Badewanne, man würde ja niemals anfangen, den Boden aufzuwischen, während der Wasserhahn noch läuft. Da kommt dann ja viel mehr Wasser nach, als man aufputzen kann. Und so ähnlich ist das bei den Meeren auch. Das Wichtigste ist, dass wir einfach weniger Plastik benutzen. Und deswegen finde ich es sehr sinnvoll, dass sich jeder die Frage stellt: Wie könnte ich denn eigentlich Plastik reduzieren? Und diese Plastikreduktion? Das kann gerne was ganz, ganz Einfaches sein. Also jeder von euch wird wahrscheinlich schon auf viele Sachen verzichten und Vieles ganz toll machen. Deswegen will ich auch nicht sagen „Macht das, das oder das“, weil ihr steht alle an unterschiedlichen Punkten gerade. Aber jeder kann sich mal überlegen“ Hey, welcher Schritt wäre denn für mich eigentlich der nächste, um noch weniger Plastik zu benutzen? Und dann reicht es auch erstmal, diesen einen Schritt jetzt anzugehen und daraus eine Gewohnheit werden zu lassen. Ihr müsst jetzt bitte nicht euer Leben auf den Kopf stellen, da nimmt man sich schnell zu viel vor. Sondern lieber kleine Schritte machen. Und wenn einer dieser kleinen Schritte ist, ey ich möchte jetzt in der nächsten Zeit einfach immer wenn ich draußen bin, ein bisschen Müll einsammeln, ja, dann ist das Müll, der aus der Natur verschwindet. Dann ist das gut. Und das Tolle daran ist ja auch andere Menschen sehen das und denken drüber nach. Man selbst denkt darüber nach und dadurch schafft man ja auch ganz viel Bewusstsein. Also auch das ist eigentlich ein ganz, ganz wichtiger Schritt, ja.

Sprecher 1 (34:26)
Ganz genau. Ja, also einfach dieses, ja, Erziehung ist das falsche Wort, aber Vorbild, Vorbildcharakter haben, ja irgendwie für andere. Und genau das ist glaube ich, sehr, sehr wichtig. Ohne belehrend zu sein. Weil das Problem ist immer wenn man, sobald man irgendwie mit dem Finger auf andere zeigt oder versucht ihnen zu sagen, was sie machen sollen, ist ja eigentlich oft eher der… Kommt ja eigentlich oft der gegenteilige Effekt, dass viele Menschen dann eher noch blockieren und noch weniger machen. Ja, genau, vollkommen richtig. Du sprichst in einer deiner jüngeren oder einer deiner letzten Podcastfolgen auch so ein bisschen von den indigenen Völkern. Ja, auf so eine Rückbesinnung auf die Natur. Du erwähnst in dem Zusammenhang auch den Film Avatar und das ist ganz interessant, weil ich habe vor zwei Wochen eine Folge rausgebracht, bei der es auch so ein bisschen um dieses Thema geht, wie auch von Avatar inspiriert, indigene Völker, wie können wir es schaffen, vielleicht wieder mit einem größeren Bewusstsein für die Natur zu leben, so wie indigene Völker das tun? Und ich glaube, das sprichst du ja auch an, dass das eben so ein bisschen auch der Schlüssel ist, um selbst wieder mehr für die Natur zu tun. Also nicht nur das Meer, sondern die Natur im Allgemeinen zu schätzen und dadurch eben diese Liebe zur Natur wieder zu spüren. Und was wir lieben, das wollen wir eben beschützen. Ja, was glaubst du, mit welchen Maßnahmen wir eben genau das erreichen können? Wie können wir uns wieder selbst stärker mit der Natur verbinden? Und warum lohnt sich dieses Ziel so sehr?

Sprecher 2 (36:14)
Ich würde sagen einfach Natur erleben. Also raus und machen. Es muss nicht das Meer sein, es kann auch der Wald sein, es können die Wiesen sein und es können die Berge sein. Und jeder von euch hat ja irgendwie andere Hobbys oder andere Interessen. Ich glaube, ganz entscheidend ist einfach zu sagen, ich mach das jetzt einfach. Ich gehe jetzt raus, ich suche die Zeit. Mein nächster Urlaub geht jetzt nicht ins Pauschalhotel mit All Inclusive und was weiß ich nicht alles, sondern vielleicht wirklich mal wo, man Natur erlebt. Also für mich ist Outdoorsport total faszinierend und ich mag auch die Berge gerne. Ich liebe es zum Beispiel zu klettern und zu bouldern. Also ich, sobald ich irgendwie in der Natur mich bewege und Sport mache, fängt es bei mir an zu kribbeln. Dann wird es irgendwie magisch. Dann erlebt man die Natur. Für andere, die sind vielleicht nicht so die sportlichen Typen. Ich kenne auch Menschen, die sagen, ich finde das total genial, mich für 24 Stunden in einen Bereich von 100 mal 100 Metern in den Wald zu begeben und dieses kleine Fleckchen nicht zu verlassen und einfach mal zu gucken, was ist denn da eigentlich los? Wie verändert sich das im Laufe der 24 Stunden? Kann jeder nächsten Samstag machen oder am nächsten freien Tag. Und ich kann euch sagen, man wird auf jeden Fall sehr viel innere Ruhe bekommen. Man wird sich mit der Natur verbunden fühlen und schaut mal, was das mit euch macht. Ich bin der Meinung, das lohnt sich auf jeden Fall Und der Benefit, den man davon eben hat, ist die Verbindung mit dem, was für uns so wichtig ist, nämlich unsere Umwelt. Also das klingt ja immer so, als wäre das so, ja, ist halt da. Nee, nee, das ist das, womit wir leben, wovon wir leben. Da kommen wir her. Wir sind ja selbst ein Teil der Natur. Wir haben uns krass entwickelt, keine Frage. Aber eigentlich sind wir genau wie jede Fledermaus, jeder Vogel und was weiß ich da draußen. Ein Teil dieser Natur. Und deswegen glaube ich, sich damit wieder verbunden zu fühlen und zu merken, darauf kommt es an, da kommen wir her. Und ohne die Natur sind auch wir nichts. Keine Chance. Dann wird auch klar okay, krass. Und was machen wir damit? Wie treten wir diese Umwelt mit Füßen? Und dann wird auch klar okay, wir müssen was machen. Und das schenkt es einem eben, wenn man in die Natur geht. Und keine Sorge, das bringt einem nicht nur dieses Krisenbewusstsein, sondern in erster Linie bringt es einem erstmal diese Freude, diese Begeisterung. Und damit einher kommt, das ist so wie mit einem Menschen – wenn man einen Menschen anfängt zu lieben, dann interessiert einen auch auf einmal, ob diese Person eigentlich ein Problem hat oder nicht, wenn man vorher gedacht hat, ey lass mich mit deinen Problemen in Ruhe.

Sprecher 1 (39:00)
Toller Vergleich. Wenn du einen Menschen liebst, dann willst du ihm etwas Gutes tun. Und genauso ist es mit der Natur. Und ja, überleitend hierzu dein Podcast. Ja, genau das willst du ja auch mit deinem Podcast erreichen. Genau diese schönen Geschichten möchtest du erzählen. Gena diese tollen Abenteuer, von diesen Dingen Möchtest du berichten oder möchtest du deine Gäste berichten lassen. Und das ist ja auch etwas, was wirklich sehr gut funktioniert. Wer deinen Podcast hört, der wird schnell merken, welche Begeisterung du und deine Gäste für das Meer und für die Natur teilen und wird im Optimalfall selbst irgendwie ein Teil davon und verspürt selbst diese Begeisterung. Ja, und du hast ja wirklich viele interessante Leute kennengelernt im Verlaufe dieser Reise, die eine enge Verbindung zum Meer haben. Vielleicht erst mal die Frage: Wie wählst du denn eigentlich deine Gäste aus? Nach welchen Kriterien machst du das?

Sprecher 2 (39:56)
Also das Erste ist natürlich, dass, wenn ich von der Person höre und ich dann herausfinde, was die Person so macht, dann muss es mich irgendwie packen. Dann möchte ich selbst begeistert sein und dann sollte ich in mir drin dieses Gefühl haben: Oh, das ist ja spannend, da möchte ich jetzt aber mehr darüber wissen. Und dann recherchiere ich zu den Personen und guck nach. Und ganz häufig kriege ich da auch Vorschläge von Hörerinnen des Podcasts, die sagen „kannst du nicht den und den mal interviewen oder die wäre total toll in deinem Podcast“. Teilweise sehe ich auch in der Tagesschau irgendeine Nachricht über jemanden, der was Tolles im Meer erlebt hat und dann schreibe ich so die Person an. Also ganz unterschiedlich werde ich auf diese Menschen aufmerksam. Dann recherchiere ich erst mal, weil ganz wichtig ist mir, „Helden der Meere“ ist kein Umweltschutzpodcast. Ich meine, der Umweltschutz oder der Meeresschutz liegt mir am Herzen, dafür mache ich das im Endeffekt auch. Aber ich weiß, dass wenn man immer nur mit Nachhaltigkeit und mit Meeresschutz und Naturschutz kommt, das ist für die Leute auch so ein bisschen langweilig. Man erreicht damit immer nur die, die eh schon Fans davon sind, die Meere zu schützen. Ich möchte aber in der ganz breiten Masse die Menschen fürs Meer begeistern. Das heißt, das sollen abenteuerliche Geschichten sein. Das sollen Geschichten sein, die jeden mitreißen, ob einen Meeresschutz interessiert oder auch nicht. Völlig egal. Die Leute sollen begeistert werden und deswegen sortiere ich dann einfach erst mal danach. Sind diese Leute dann wirklich abenteuerlich, haben die spannende Geschichten zu erzählen, die wirklich für jeden hörenswert sind? Und wenn das der Fall ist, dann schaue ich auch mal nach, kann man denen mal zuhören? Mir ist es nämlich wichtig und da wirst du sicherlich auch darauf achten, dass die Leute gut zu verstehen sind, dass sie sich gut ausdrücken können. Das müssen jetzt nicht ausgebildete Speaker sein, aber mir ist wichtig, dass man richtig gerne zuhört und es auch Spaß macht, diesen Menschen zuzuhören. Und wenn die Mischung stimmt, sie können sich gut präsentieren, sie haben abenteuerliche Geschichten zu erzählen, dann schreibe ich sie an und versuche sie dann in meinen Podcast einzuladen. Und ganz häufig klappt das dann auch.

Sprecher 1 (41:58)
Geil. Ja und mich interessiert ja einfach auch, was diese Geschichten mit dir machen. Also du willst eine Wirkung auf dein Publikum, auf deine Zuhörerinnen und Zuhörer entfalten, aber genau du sitzt ja jetzt hier und deswegen würde ich gerne mal wissen, was macht das mit dir? Gibt es vielleicht auch Geschichten, die dich so richtig, ja richtig auf eine spezielle Art und Weise berührt haben, inspiriert haben? Hast du vielleicht nach einer Folge auch mal gesagt „Boah, ja, da muss ich jetzt mal wirklich ein bisschen in mich gehen und drüber nachdenken“, hat vielleicht irgendwie dann auch mal einen Schalter umgelegt und du hast irgendwas in deinem Leben verändert aufgrund einer Story? Wie ist das?

Sprecher 2 (42:38)
Ja, also das habe ich immer wieder. Es gibt so viele Folgen, die irgendwie für mich ganz prägend waren, diese Leute auch kennenzulernen. Teilweise haben sich daraus Freundschaften entwickelt, teilweise waren es auch einfach Folgen, die so intensiv waren, dass ich danach echt ein paar Stunden gebraucht habe, um wieder im Hier und Jetzt anzukommen. Eine dieser Folgen war zum Beispiel mit Richard Ladkani. Das ist ein Hollywoodregisseur, der aber sich einfach um echte Naturkatastrophen kümmert und dort hingeht und undercover quasi eine Doku drüber dreht. Der ist auch auf der Oscar-Shortlist gelandet, weil das so großartig ist. Und mit dem habe ich ein Interview geführt, das war an sich schon komplett mitreißend. Da ging es um den Schutz der am meisten bedrohten Walart, der kleinste Wal der Welt ist das tatsächlich. Der Vaquita heißt der, das ist im Golf von Mexiko. Nee, nicht im Golf von Mexiko, sondern Sea of Cortez, also Mexiko, aber auf der Pazifikseite. Und während dieses Gespräches sagte er dann irgendwann, als ich ihn gefragt habe, wie das für ihn eigentlich ist in der Familie, wenn er dann sich in mexikanische Drogenkartelle reinschleicht und mit der chinesischen Mafia irgendwie die heimlich beobachtet und filmt, weil das ist ja super gefährlich, der ist auch schon in Schusswechsel geraten und alles. Dann hab ich gefragt, wie ist denn das für deine Familie? Und er hatte gemeint „Ja, mit meiner Frau, da habe ich schon ganz andere Sachen erlebt, wir wurden mal von einem Tsunami erwischt.“ Und dann erzählte er einfach so weiter und am Ende vom Gespräch, ich habe seitdem die ganze Zeit gedacht, „hat er gerade gesagt, dass er von einem Tsunami erwischt wurde?“, weil ich dachte, immer, wenn einen ein Tsunami erwischt, dann ist man tot, also keine Chance. Und am Ende vom Gespräch habe ich gesagt „Du, Richard, sag mal, du hast eben gesagt, deine Frau und du, ihr wärt von einem Tsunami erwischt worden. Also nicht wirklich, oder?“ Und er so „Doch!“ Das war tatsächlich in Indonesien, dieser riesige Tsunami, ich glaube 2001 war das oder 2002.

Sprecher 1 (44:37)
2004 glaub ich.

Sprecher 2 (44:38)
2004 irgendwie so, ja, Anfang der 2000er. Und der Stand, ich glaube auf Koh Phi Phi an einem Strand mit hunderten anderen Menschen und auf einmal kam diese 10 Meter hohe Wasserwand auf die zu und er stand mit seiner Frau da Hand in Hand und dann wurden sie von dieser Welle erwischt. Und er war einfach lang unter Wasser, hat nichts gesehen und ist immer gerade kurz bevor er ertrunken ist, irgendwie mal so kurz an die Oberfläche gekommen und er hat das irgendwie geschafft zu überleben. Und wurde dann irgendwo an Land gespült und diese ganze Insel war zerstört. Also da sind wirklich tausende Menschen ums Leben gekommen, da hat kaum jemand überlebt. Und er hat dann versucht seine Frau zu finden, hat aber überall nur Leichen gefunden. Und ich verrate jetzt auch, wie es ausgeht, jetzt habe ich die Geschichte schon so angerissen. Am Ende war er dann, ist er ausgeflogen worden und auf dem indonesischen Festland, war in einem Krankenhaus und stand dann da, überall alles voll mit Wunden und so und auf einmal steht am anderen Ende von diesem Krankenhausflur seine Frau, die es genau wie er auch überlebt hat. Boah, ich krieg grad eine Gänsehaut, wenn ich das erzähl.

Sprecher 1 (45:40)
Ja, ich auch.

Sprecher 2 (45:40)
Als er das erzählt hat, hatte ich natürlich die zehnfache Gänsehaut, weil er das aus erster Hand erzählt und ihm liefen dabei die Tränen übers Gesicht. Und wow! Also nach so einem Gespräch, da gehe ich selber erst mal zu meiner Freundin und sag so „Boah ey, du kannst dir nicht vorstellen, was ich gerade schon wieder für eine Geschichte erzählt bekommen habe“. Und dann brauche ich erst mal ein paar Stunden, um irgendwie wieder anzukommen. Und das reißt mich natürlich sehr mit. Einen zweiten Effekt, den ich habe, wenn ich diese Geschichten höre, ist, dass ich manchmal das Gefühl habe, meine Güte, ich sitze die ganze Zeit an meinem Schreibtisch und nehme Podcastfolgen auf, ich reise durch Deutschland und halte Vorträge, aber was die Person, mit der ich da gerade gesprochen habe, an den Meeren erlebt hat, das ist… Was ist da denn los, warum mache ich das nicht? Also ich hatte zum Beispiel in Folge 50 hatte ich Julian Sanchez zu Gast. Das ist ein Deutscher, der ist mit 27 Jahren von Portugal nach Florida gerudert, in 131 Tagen komplett alleine auf dem Atlantik in einem winzigen Ruderboot. Der wurde zwischendurch von einem Wal gerammt, der hatte ein Leck in seinem Boot. Und nach der Hälfte der Zeit, nach 68 Tagen ist das Satellitentelefon ausgefallen und er hatte keine Verbindung mehr zur Außenwelt. Also der wusste nicht, wie wird morgen das Wetter, der wusste nicht, wie geht es gerade meiner Familie und die Familie wusste auch nicht, wo ist er jetzt eigentlich gerade? Sondern der wusste, ich muss jetzt einfach noch zwei Monate ganz alleine weiter rudern und ich bin mitten auf dem Atlantik. Und dann denke ich so, meine Güte, wie hat der das Meer erlebt? Der war einfach 131 Tage ganz alleine mit dem Meer und hat jeden Tag 100% Meer gehabt. Und das löst schon in mir manchmal aus, dass ich so denke wow, sowas will ich auch. Aber zu der Geschichte dieser Menschen gehört natürlich auch dazu, dass sie sich jahrelang drauf vorbereiten und sich wirklich für diese Sache aufgeopfert haben. Das ist dann deren Lebensprojekt oder zumindest in dieser Lebensphase. Und deswegen ist die Geschichte ja auch so hörenswert. Aber in mir löst das dann doch schon manchmal auch aus, dass ich denke meine Güte, und ich sitze hier immer nur rum und da draußen sind diese Geschichten und andere erleben sie und ich fange sie nur ein und lass sie mir erzählen, da juckt’s mich schon manchmal auch selbst alles hinzuschmeißen und zu sagen „Tschüss Leute, ich bin erst mal weg, selbst das Meer erleben.“

Sprecher 1 (48:04)
Ja, das kann ich komplett nachvollziehen. Es reicht ja alleine schon, wenn man irgendwelche Videos sieht von Surfern und sich dann schon ja so ein bisschen in die Ferne gezogen fühlt. Aber das ist natürlich noch eine ganze Stufe oder ein paar Stufen intensiver, was du dann von den Leuten hörst und ja, was die mit dir teilen. Und das macht natürlich was mit einem. Auf der anderen Seite, umso wichtiger ist es, dass es jemanden gibt, der genau diese Geschichten auch nach außen trägt. Also dass es Leute gibt, ja, genau, also da kannst du dir selbst schon auf die Schulter klopfen, Christian! Dass es Leute gibt, die das auch wirklich teilen mit der Öffentlichkeit, weil sowas muss man einfach erzählen. Egal ob es so eine unfassbare Geschichte ist, wie mit dem Ruderer oder eben das, was du davor erzählt hast. Also ich muss mir die Folge, auch wenn ich das Ende jetzt kenne, ich muss mir die Folge definitiv anhören, die kenne ich nämlich noch nicht.

Sprecher 1 (49:02)
Ja, mach das ja, unbedingt. Und Richard als Regisseur, kann ich dir verraten, der weiß, wie er seine Geschichten erzählt. Also, du lebst ihm an den Lippen. Ganz viel Spaß dabei. Richard Ladkani heißt das. Und die Folge heißt glaube ich „Kampf um das Kokain der Meere“. Also müsst ihr mal gucken. Irgendwie so Folge paar-und-40 oder sowas wird das gewesen sein.

Sprecher 1 (49:22)
Okay, merke ich mir, höre ich mir wahrscheinlich sofort nachher beim Abwaschen an. Ja, geil. Vielen Dank fürs Teilen! Deswegen, also, um’s noch mal zusammenzufassen, auch für euch, ihr da draußen, die hier jetzt zuhören. Ihr habt, glaube ich, jetzt einen richtig guten Eindruck von Christian, ihr habt einen richtig guten Eindruck von dem, was er macht, von dem, was er bewegen will und von seinem Podcast. Also noch mal hier an dieser Stelle die Empfehlung: Hört euch diese Sache an, hört euch das Ding an, das ist wirklich richtig, richtig cool und hat einige spannende Geschichten in petto und für euch parat. Also klare Hörempfehlung! Und Christian, zum Abschluss, ich will jetzt nicht nochmal das Problem von vorhin rausholen, aber du hast ja auch so ein bisschen etwas, was du den Leuten an die Hand geben kannst, abgesehen von deinem Podcast und deinen Vorträgen. Ich habe gesehen, du hast ja auch so einen Onlinekurs auf deiner Website von Blue Awareness, den man glaube ich, auch gratis bekommen kann, oder wie sieht das aus?

Sprecher 2 (50:25)
Ja, wow, du bist auf diesen Onlinekurs gestoßen. Tatsächlich habe ich den gestaltet, als Corona gerade anfing und ich noch nicht bei dem Podcast war, hab ich gedacht, ich glaube, ich mache jetzt mal Onlinekurse. Und es gibt da zwei Stück, die kann man sich einfach auf meiner Website blue-awareness.com kann man die machen. Ich habe das Gefühl, es nutzt so gut wie keinem, es findet auch kaum jemand. Und ja, aber die habe ich mal zusammengebastelt und die kann jeder kostenlos machen und sich so ein bisschen mit den Problemen der Meere auseinandersetzen und selbst vom Wissen ins Handeln kommen.

Sprecher 1 (51:05)
Genau. Also falls man da noch ein bisschen tiefer eintauchen will. Und auf der anderen Seite wollen wir hier auch nicht unerwähnt lassen, du hast ja auch ein Buch geschrieben bzw. ihr von Blue Awareness. Kannst du dazu nochmal ein paar Worte sagen? Worum geht es da, was war da das Ziel?

Sprecher 2 (51:20)
Ja, genau, also tatsächlich habe ich das Buch geschrieben mit Florian Sturm. Der ist jetzt nicht direkt ein Teil von Blue Awareness, sondern ein großartiger Journalist. Der schreibt für National Geographics, für den Guardian und Co und der hört auch den Helden der Meere-Podcast seit Anfang an. Und darüber sind wir in Kontakt gekommen. Und als Journalist hatte er viele der Helden der Meere auch selbst schon für Reportagen kennengelernt. Und wir haben uns dann irgendwann angefreundet und er sagte „Chris, ich habe die ganze Zeit schon überlegt, statt Reportagen auch mal ein Buch zu schreiben. Was hältst du davon, wenn wir gemeinsam ein Buch über die Helden der Meere machen?“ Und ich hatte eigentlich auch schon immer vor, mal ein Buch zu schreiben. Aber ganz ehrlich Ich bin nicht der Typ, der sich hinsetzt und 200 Seiten Buch schreiben kann, da würde ich verrückt werden. Und das war dann auf einmal der perfekte Match, weil ich hatte jemanden, der einfach großartige Texte schreiben kann und gleichzeitig gesagt hat, ey die Geschichten, die du da eingesammelt hast, die sind’s. Und dann haben wir das gemacht und haben uns natürlich überlegt, wie kann das Buch denn jetzt noch einen Mehrwert bieten für all die Leute, die gerne den Podcast hören? Und haben dann großartige Fotografen und Fotografinnen gewonnen, teilweise mit dem World Press Photo Award, also dem Oscar der Fotografie, ausgezeichnet, die ihre Fotos zur Verfügung stellen oder teilweise auch extra Fotos gemacht haben für dieses Buch, damit all die Leute, die diese Geschichten sonst immer nur auf die Ohren bekommen, sie sich dann jetzt auch tatsächlich einmal anschauen können. Und daraus ist dann dieses Buch entstanden. „Ein Leben für den Ozean“ heißt das Ganze. Wir haben das mit dem Crowdfunding finanziert, das ist mittlerweile abgeschlossen und jetzt werden wir das im Eigenverlag verlegen. Und ihr könnt das jetzt schon vorbestellen. Also das gibt es auf unserer Homepage, da kannst du vielleicht den Link mal in die Shownotes packen, dann kann man sich das da anschauen. Und es wird dann im Sommer, voraussichtlich im Juli erscheinen und ja, ihr könnt’s jetzt vorbestellen und dann im Sommer euch drauf freuen.

Sprecher 1 (53:18)
Sehr geil. Das ist glaube ich ein richtig, richtig wertvolles Buch, oder richtig wertvolle Lektüre. Und du hast eben schon gesagt, mit den tollen Fotografien, da bekommt man ja auf der Webseite auch ein paar Eindrücke davon. Also das glaube ich, werde ich mir auch zulegen bzw. ich weiß, dass meine Mutter es tut. Ich hatte dir ja im Vorgespräch erzählt, dass meine Mutter ein Riesenfan deines Podcasts ist und sie hat sich tatsächlich an dieser Crowdfunding-Kampagne beteiligt und ja, wird dieses Buch sich dementsprechend auch holen.

Sprecher 2 (53:47)
Ja, liebe Grüße an deine Mutter und vielen lieben Dank!

Sprecher 1 (53:54)
Super! Christian, ich danke dir! Es war eine richtig, richtig interessante Folge. Wir haben hier glaube ich ja, wir haben hier nicht nur über Probleme geredet, sondern eben auch über richtig viele schöne, positive, inspirierende Geschichten. Du hast einen super Eindruck davon gegeben, was du für ein Typ bist und warum diese Verbindung mit dem Meer so wichtig für dich ist und im Prinzip für uns alle sein sollte. Und das ist ein unheimlich großer Mehrwert für diese Folge oder für diesen Podcast. Und deswegen, vielen Dank, dass du dabei warst! Und ich verlinke natürlich, wie gesagt, alles, was hier mit dir in Verbindung steht in den Shownotes. Also Leute, egal ob es das Buch ist oder der Onlinekurs oder die Website oder auch der Podcast, den ich euch jetzt ein drittes Mal empfehle, alles findet ihr in den Shownotes, alle Informationen zu Christian. Und ja, Christian, vielen, vielen Dank! Hat mir richtig viel Spaß gemacht mit dir.

Sprecher 2 (54:49)
Ja, Flemming, vielen lieben Dank an dich! Es hat mir riesig viel Spaß gemacht und du hast ja wirklich auch einen großartigen Podcast. Ich glaube, das braucht man den Leuten hier nicht erzählen, die hören ja nicht umsonst zu. Aber ich kannte ihn vorher nicht, habe ihn mir jetzt angehört und findet du machst echt einen tollen Job. Und das Spannende ist, selbst für mich als deutschen Muttersprachler, der jetzt den Podcast niemals hört, um Deutsch zu lernen, ich fand die Themen, die du drin hattest, einfach so interessant, dass es sich trotzdem gelohnt hat reinzuhören. Also auch an dich ein riesen Kompliment. Und wie gesagt, ich fühle mich ganz geehrt, hier zu Gast zu sein.

Sprecher 1 (55:23)
Vielen, vielen Dank! Okay, sehr schön. Gut Leute, dann ja, ihr wisst, ihr könnt diese Folge, diesen Podcast bewerten, egal auf welcher Plattform ihr ihn hört, youTube, Spotify, iTunes. Das würde mir wirklich sehr helfen.

Sprecher 2 (55:36)
Macht das auf jeden Fall! Fünf Sterne! Keine Kompromisse. Also wenn ihr jetzt nur einen Stern geben würdet, dann lasst es sein. Aber alle Leute jetzt, nehmt euch die fünf Sekunden, klickt auf fünf Sterne. Ich als Podcaster kann sagen, das bringt einen wirklich richtig weiter. Man fragt sich ja immer, ihr könnt euch kostenlos diese Podcasts anhören, wie könnt ihr ein bisschen was zurückgeben? Und das sind so die Punkte, wo der Algorithmus merkt Holy shit, was ist denn da gerade los? Ganz viele Leute liken das, den müssen wir noch anderen empfehlen. Und somit helft ihr dann Flemming wirklich immer mehr Menschen empfohlen zu werden und ihr helft immer mehr Menschen dabei, einen so tollen Podcast zu entdecken. Deswegen tut ihm den Gefallen und tut mir den Gefallen, ich bitte euch drum, gebt mal fünf Sterne für Flemming!

Sprecher 1 (56:17)
Geil, Christian! Ich glaube, jetzt wird es richtig explodieren. Dankeschön, das war perfekt in Worte gefasst. Gut. Danke nochmal, Christian. Schön, dass du da warst. Und an euch, Leute, wir hören uns nächste Woche. Danke fürs Einschalten. Ich hoffe, ihr seid wieder dabei nächste Woche bei Deutsches Geplapper. Macht’s gut, bleibt gesund. Ciao!

Willst du gleich weiterhören? Hier ein paar Vorschläge:

Christian findest du hier:

https://www.blue-awareness.com/
https://www.instagram.com/blue_awareness/?hl=de

Hier Christians Podcast:
https://www.blue-awareness.com/podcast

Christians Online-Kurs:
https://www.blue-awareness.com/online-kurse

Interesse am Deutsch-Coaching? Schreib mir jetzt eine Mail an:

flemming@naturalfluentgerman.com 

und lass uns ein Beratungsgespräch vereinbaren!

Facebook
Twitter
Email
Print

Hol dir jetzt mein E-Book!

Trage dich für meinen Newsletter ein und erhalte mein E-Book “Die 10 Schritte für fließendes Deutsch” gratis!

Neuester Beitrag