#60 – Mehr Zeit durch Minimalismus – mit Psychologin Marijana Braune

Sprecher 1 (00:00)
Moin moin liebe Leute, liebe Deutschlerin, lieber Deutschlerner, schön, dass du wieder dabei bist. Du hast sicher schon gemerkt, das habe ich ja eben in der Einleitung ein bisschen anklingen lassen schon, dass wir immer wieder hier in Deutsches Geplapper einfach auch Themen besprechen, die mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu tun haben und einfach auch so mit dem Bewusstsein für die Natur. Und deswegen ist für mich so ein bisschen diese Frage entstanden, was bedeutet eigentlich ein nachhaltiges Leben, Nachhaltigkeit im Alltag? So, und mein heutiger Gast weiß ganz genau, wie man diese Nachhaltigkeit in den Alltag integrieren kann. Jetzt habe ich selbst Probleme hier mit den Wörtern. Denn sie hat dieses Thema eben auch zu ihrem Beruf bzw. eher noch zu ihrer Berufung gemacht, würde ich mal sagen. Bevor ich zu viel plappere, erstmal herzlich willkommen, Marijana. Schön, dass du da bist. Hi!

Sprecher 2 (00:56)
Hello, hello! Ich freue mich sehr. Vielen, vielen Dank für die Einladung.

Sprecher 1 (01:00)
Gerne, gerne. Ich freue mich unheimlich, dass du da bist. Ich hatte schon länger so die Idee, ach, die würde eigentlich auch sehr, sehr gut hier in den Podcast passen. Und ich habe eben schon gesagt, Beruf oder Berufung, da war ich mir jetzt nicht ganz sicher. Was würdest du jetzt für dich wählen? Ist das, was du machst, Beruf oder eher Berufung?

Sprecher 2 (01:19)
Das ist eine richtig gute Frage. Ich bin mir nicht ganz sicher, ehrlich gesagt. Ich glaube, ich würde es irgendwo einordnen zwischen meine Passion, meine Leidenschaft und das, was ich einfach wirklich gut kann, so einen Beruf gemacht zu haben und eins damit zu sein. Also ich glaube, das trifft’s ganz gut.

Sprecher 1 (01:36)
Sehr gut, okay. Auf deiner Website liest man ja, du bist Mentorin, du bist Coach, du bist Diplompsychologin. Also das ist das, was man so jetzt erfährt, wenn man auf deiner Website ist. Was können sich die Leute darunter vorstellen? Was machst du genau?

Sprecher 2 (01:57)
Ja, das ist auch wieder eine sehr, sehr gute Frage, weil da spielt wahnsinnig viel rein. Also wenn du auf meine Homepage kommst und generell zu mir liest, meine Arbeit liest, dann ist glaube ich die Basis, die sich alles dreht, das Thema mehr Zeit statt Zeug. Das bedeutet einfach mehr Zeit für das, was dir wirklich am Herzen liegt. Mehr Zeit für das Wesentliche, mehr Fokus auf das, was du wirklich willst im Leben, statt das Zeug im Außen. Und damit ist auf der einen Seite das ganze Zeug im Sinne von Konsum gemeint, also physischen Gegenständen, die wir permanent kaufen, um uns irgendwie glücklicher und besser zu fühlen, vermeintlich. Und aber auch das Zeug in dir. Weil, was ich festgestellt habe entlang der Jahre, die ich das jetzt mache, mich um die Themen Minimalismus, Nachhaltigkeit, persönliche Weiterentwicklung zu drehen, ist eben, dass wir häufig im Außen anfangen, Dinge verändern zu wollen und denken „Okay, ich muss jetzt irgendwie minimalistischer leben, weil dann wird mein Leben einfacher und geordneter und dann fühle ich mich besser“ und das stimmt auch auf eine Art und Weise. Und das macht auch wirklich einen großen Unterschied. Aber dass es natürlich auch ganz, ganz, ganz viel mit dir zu tun hat und du letztendlich das, was du versuchst im Außen zu verändern, minimalistischer zu leben, nachhaltiger zu leben, dass es auch ganz viel mit dir selber zu tun hat, was du dir eigentlich wirklich für dein Leben wünscht. Und da verbinde ich ganz toll irgendwie meine neue gefundene Passion. Als ich Mama wurde, fing das ja an vor jetzt mittlerweile sieben Jahren, das Mini-mädchen, wie ich sie nenne in der Öffentlichkeit, wird jetzt in ein paar Wochen sieben. Und als ich Mama wurde, habe ich dieses Thema Nachhaltigkeit für mich entdeckt und verbinde das jetzt eben heute einfach mit dem, woher ich eigentlich komme, nämlich der Psychologie, dem Coaching. Und das zusammen bringt den Fokus auf mehr Zeit statt Zeug.

Sprecher 1 (03:46)
Richtig cool! Also die Geburt deiner Tochter war sozusagen der Auslöser dafür, dass du, ich sage mal, die Erkenntnis hattest, wir müssen nachhaltiger leben als Gesellschaft oder ich muss erst mal anfangen nachhaltiger zu leben. Oder kannst du da noch mal ein bisschen reingehen? Also wie konkret ist das entstanden? Gab es da ’nen Auslöser, dass du gedacht hast okay, jetzt muss ich irgendwas ändern?

Sprecher 2 (04:11)
Ja, total. Ich glaube, das kennen viele Eltern tatsächlich. Und so diese Situation, wenn du plötzlich dieses kleine Wunder im Arm hältst und klar kriegst, was du für eine riesige Verantwortung hast und möchtest nur das aller, aller, aller Beste für dieses kleine Mini Wesen in deinen Arm und möchtest, dass es in einer wunderschönen Welt aufwächst ohne Krieg, in einer vollen, tollen Natur mit Ressourcen ohne Ende und irgendwie in absoluter Harmonie in dir. Und dann so diese wahnsinnige Verantwortung zu spüren von „Ich möchte das für sie, also in dem Fall meine Tochter erreichen“, war der eine Punkt. Ich möchte, dass sie genauso aufwächst, wie ich aufwachsen durfte in der Natur und eben ja, so in dieser kompletten Glückseligkeit. Also ich hatte eine wahnsinnig schöne Kindheit und auch ihr noch die Möglichkeit bieten zu können, zu reisen und die Welt so schön zu erleben, wie sie wirklich ist. Das Ausland zu erleben, ganz viele tolle Länder mit tollen, spannenden Kulturen kennenzulernen. Das auf der einen Seite und auf der anderen Seite ist was ganz Spannendes passiert. Und wie gesagt, auch das kennen alle Eltern, die jetzt zuhören, Mamas oder Papas, dass durch die Tatsache, dass wir Eltern werden, wahnsinnig viel Zeug in unser Leben wandert. Und dass, also dieses Zeug, nicht nur nicht dazu gedient hat, dass es mein Leben vereinfacht hat, was es eigentlich sollte, diese ganzen Goodies, sondern auch noch dazu geführt hat, dass ich total überfordert war, weil ich umgeben war von diesem ganzen Zeug. Da waren so viele Klamotten da war… Also man hat das geschenkt bekommen, man hat ein bisschen selber gekauft. Und ich habe damals sogar auch schon Second Hand gekauft und trotzdem wahnsinnig viel. Man kriegt irgendwie von einer Sache sieben Mal das Gleiche. Also wir hatten irgendwie, keine Ahnung, 70.000 Babydecken, 10.000 Rasseln und so. Und ich war nur am Räumen, am Aussortieren, am Organisieren, am aufm Flohmarkt sein, am Austauschen. Und Babys haben ja auch noch diese komische Angewohnheit, dass sie wahnsinnig schnell wachsen.

Sprecher 1 (06:26)
Komisch ja.

Sprecher 2 (06:27)
Ja, das is komisch. Das heißt, das war auch alles nach kurzer Zeit, also waren diese Dinge auch alle gar nicht mehr relevant. Und dieses zu viel im Außen hat mich total überfordert. Und was ich eigentlich wollte, war mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. Also ich wollte einfach nur gemütliche Zeit mit meiner Familie, ich wollte mit meinen Freunden sein, ich wollte coole Erfahrungen machen, ich wollte irgendwie reisen, draußen sein. Und stattdessen war ich so viel mit Haushalt beschäftigt. So mit dieser Organisation und mit aufräumen und mit sauber machen. Und ich mag es halt auch einfach ordentlich, deswegen habe ich da auch ganz viel Zeit drauf verwendet und das wollte ich einfach nicht mehr. Ich wollte, dass es leichter wird und einfacher und dass ich meinen Fokus wirklich verschiebe von Konsum im Außen hin zu mehr Zeit und dem Fokus auf das, was ich wirklich wollte. Ja, und dann habe ich damals eben angefangen, einen Faden aufzunehmen. Das war damals ein Buch von Bea Johnson, Zero Waste Home heißt das und das habe ich verschlungen. Und dann war’s um mich geschehen. Das war so der Startschuss, mein Leben zu verändern. Da habe ich angefangen, Nachhaltigkeit noch mehr zu leben. Ich bin sowieso auch schon sehr bewusst aufgewachsen, weil meine Eltern haben eine Regenwasser-Nutzungsanlage zum Beispiel schon seit, weiß nicht, wie alt bin ich jetzt, 35 und seit 30 Jahren, also wo Regenwasser genutzt wird im Haus und wiederverwendet wird. Ach Kompost, kein Geschirrspüler, Hochbeet, all diese Dinge. Und das habe ich dann angefangen, noch mehr zu leben für mich und habe ausgemistet. Und das hatte so viele positive Nebeneffekte, dass ich halt viel klarer in mir war, dass ich wirklich mehr Zeit hatte, dass ich mich selber ganz anders ausgerichtet habe. Das war, glaube ich auch so der Hauptfokus. Ich hatte mehr Geld, tatsächlich. Also es hat sich auf meinem Konto vermehrt. Wirklich wahr, weil ich einfach nicht mehr konsumiert habe. Oder wenn ich konsumiert habe, dann halt Second Hand oder viel über Kleinanzeigen und so. Und das war alles so geil, dass ich dachte, wieso macht das nicht jeder eigentlich? Genau. Und dann habe ich halt angefangen, einfach das alles nach außen zu tragen. Habe den Podcast gestartet und mein Blog, meine Homepage damals, Instagram und so und dann nahmen die Dinge ihren Lauf.

Sprecher 2 (08:47)
Sehr geil. Dein Podcast, ganz kurz hier noch mal zu erwähnen, Don’t Waste be Happy, glaube ich.

Sprecher 1 (08:55)
Yes! Überall zu finden, wo es Podcasts gibt.

Sprecher 2 (08:56)
Also, Leute, wenn ihr mal die Schnauze voll habt von Deutsches Geplapper, dann hört bei Don’t Waste be Happy rein. Ein, zwei Folgen habe ich auch schon angehört, klingt auf jeden Fall alles sehr, sehr schön. Genau. Ja, also ich wollte noch mal kurz zurückgehen, weil das war einfach so eine Sache, die mir gerade in den Kopf gekommen ist. Ich bin jetzt, habe mit Kindererziehung noch nicht so viel am Hut, habe noch keine Kinder, aber es ist ja so, so, wie sagt man so, ja so merkwürdig einfach, so komisch, dass man heutzutage denkt, man braucht eben tausend Sachen. Dass man ja auch von seinen ganzen Freunden, die meinen es alle nur gut, aber dass man von denen natürlich auch einen Haufen Zeug bekommt. Wenn man zurückdenkt, ein paar hundert Jahre zurück oder wie auch immer gar nicht mal so weit zurück, es war ja auch immer möglich, Kinder gut und wohlbehalten großzuziehen, ohne mega viel Zeug zu haben. Also es hat ja trotzdem an nichts gemangelt. Ganz im Gegenteil. Ich glaube, der Weg, den wir in der Gesellschaft so eingeschlagen haben mit so viel Zeug und so viel Spielzeug und was weiß ich was alles und davon noch und davon noch, das sorgt eben…

Sprecher 2 (10:11)
Es ist ja nicht nur das Zeug im Außen, es ist ja auch eine Informationsflut und eine unglaublich schnelle Welt, in der wir unterwegs sind. Mein Video stockt gerade, aber ich hoffe, dass ist später dann nicht in der Aufnahme so stockend.

Sprecher 1 (10:25)
Ich denke nicht.

Sprecher 2 (10:26)
Du sagst, es läuft einfach so weiter.

Sprecher 1 (10:27)
Alles gut.

Sprecher 2 (10:29)
Okay, sehr gut. Das kannst du jetzt rausschneiden wahrscheinlich. Ja, hast du ein bisschen Arbeit. Genau. Also das ist ja nicht nur das Zeug im Außen, sondern das ist diese Informationsflut auch, die permanent auf uns einprasselt. Diese unglaublich schnelle Welt, in der wir permanent damit beschäftigt sind, diese Reize irgendwie zu filtern und zu schauen, wie ordnen wir das ein? Welche Entscheidungen treffen wir wann? Und das einfach wahnsinnig erschöpfend auch sein kann.

Sprecher 1 (10:57)
Mit welchen Leuten arbeitest du denn zusammen? Also wer kommt jetzt zu dir und sagt „MarIjana, kannst du mir mal helfen? Ich habe zu viel Zeug im Leben“, oder wie funktioniert das?

Sprecher 2 (11:09)
Das sind, es sind Frauen meistens, also 99,9%. Es gibt es auch ab und zu in meinem Programm, heute nicht mehr in meinem Mentoring, da sind tatsächlich nur Frauen, aber früher in dem Programm, da haben sich auch manchmal so ein paar tolle Männer verirrt, aber es sind tatsächlich eigentlich nur Frauen. Und das hat einen ganz entscheidenden Grund. Und zwar weil ich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Minimalismus nach draußen gehe, ist das etwas, was immer noch den Haushalt betrifft tatsächlich. Also das ist ein Thema, was auch 2023 immer noch mit Kinder und Familie zu tun hat, mit Partnerschaft, mit Haushalt, mit Atmosphäre, mit Ordnung. Und es sind auch in 2023 einfach noch Frauen und weibliche Themen im Kern. Natürlich gibt es auch ganz viele Männer, die das auch spannend finden, die sich auch damit beschäftigen. Aber im Kern sind das Frauen und vor allem Frauen, die dadurch einfach sich mehr Leichtigkeit in ihrem Leben erhoffen. Also die, die einfach denken und glauben, wenn sie jetzt minimalistisch leben und nachhaltig leben, dann wird ihr Leben leichter zu einem gewissen Grad, was ja auch so ist. Hast du weniger Zeug, musst du weniger organisieren etc. pp. Genau und die dann eben einfach zu mir kommen und sagen, sie möchten gerne mehr Leichtigkeit in ihrem Leben haben. Und was ich dann aber mache, ist auch in meinem Mentoring-Programm im Kern eigentlich bei der Person selbst anzufangen. Das heißt, dass das minimalistische Leben im Außen eher das Ergebnis ist davon, was sie eigentlich für sich erreichen wollen. Weil das sind erschöpfte Frauen, das sind müde Frauen. Eigentlich ist da alles geil im Außen. Die haben meistens eine Familie, manchmal aber auch einfach eine Partnerschaft, oder auch kein Partner, vollkommen egal, aber eigentlich so kein Grund, wirklich irgendwie unglücklich oder genervt oder so zu sein. Die haben einen Job, denen geht’s gut, die sind gesund, die haben Freunde, alles mega. Aber. Und dann ist da dieses Aber und es schreit irgendwie nach mehr Leichtigkeit, Zufriedenheit, Freude. Und ja, das ist so das, was wir dann lösen in dem Programm.

Sprecher 1 (13:29)
Mega cool. Also Männer würdest du theoretisch auch noch mit aufnehmen oder wäre das… Also ich frage jetzt nicht für mich.

Sprecher 2 (13:37)
Nee, du fragst für einen Freund, klar.

Sprecher 1 (13:39)
Nein, nein. Aber ich fand es ganz lustig, weil ich jetzt im Rahmen der Recherche für diesen Podcast, für die Folge mit dir auch mich für deinen Newsletter angemeldet hatte. Und wenn man das tut, dann bekommt man so eine Nachricht wie „Hi Flemming, du Zauberfrau!“ Und das war für mich dann so, da musste ich kurz lachen. Ja, genau.

Sprecher 2 (14:01)
Ja, das hat mir neulich auch ein Freund gezeigt.

Sprecher 1 (14:02)
Unabhängig davon war der Newsletter oder der Text so sehr, sehr gut und sehr schön. Das hat alles gepasst. Aber „du Zauberfrau“ war… Da musste ich leicht schmunzeln. Aber genau.

Sprecher 2 (14:13)
Ja, also hat mir auch gerade ein Freund gezeigt und ich hab genauso gelacht. Das war so geil. „Hi Johannes, du Zauberfrau“. Genau. Also ja, daran siehst du, ich habe mir mittlerweile einfach zu eigen gemacht, Frauen auch tatsächlich anzusprechen und nicht mehr zu versuchen, da hin und her, weil es sind im Kern Frauen. So es waren über all die Jahre wenden sich Frauen an mich. Es gibt aber ein Programm, was geschlechtsneutral ist, sozusagen, was man auch auf meiner Homepage findet, Slow, wo man sozusagen, ist wie so eine riesen Online Akademie. Da kann man selber reingehen und ganz viel zu dem Thema lernen. Das ist für Mann und Frau und alle. Insofern ja. Aber in dem Mentoring selbst, das ist wirklich ein Circle, wie er ja auch heißt, der Slow Circle, wo es in einem geschlossenen Kreis von Frauen und in diesem Frauenkreis wirklich um Frau sein geht, um weibliche Erschöpfung geht, um Feminismus geht, um wieder zu sich finden geht und Möglichkeiten auch mit der Familie das besser zu leben und mit dem Partner tatsächlich auch oder mit der Partnerin.

Sprecher 1 (15:20)
Mega gut. Ich habe auch auch wieder im Rahmen der Recherche auf deiner Website einfach so ein paar richtig schöne Aussagen gefunden. Man könnte es fast Mantras nennen, würde ich mal sagen, aber die wollte ich eigentlich mit dir einzeln noch mal durchgehen. Das sind jetzt fünf verschiedene Aussagen, die ich gerne einfach mit dir noch mal ganz kurz, sodass du einfach in zwei, drei kurzen Sätzen mal dazu sagst, was dir dazu einfällt. Das finde ich eigentlich ganz spannend. Und zwar der erste Satz wäre: „Langsam macht einfach schnell glücklich“.

Sprecher 2 (16:00)
Okay, Doppelpunkt und jetzt bin ich dran, go.

Sprecher 1 (16:01)
Jetzt bist du dran. Also was fällt dir dazu ein? Was steckt dahinter?

Sprecher 2 (16:08)
Langsam macht schnell glücklich. Dahinter steckt eine innere Attitüde, letztendlich, sich auf das Wesentliche wieder zu konzentrieren, die Langsamkeit in sein Leben einzuladen und dadurch eigentlich das zu erreichen, was uns im Außen, in unserer Gesellschaft, auch in dieser Informationsgesellschaft, in der wir uns befinden, so suggeriert wird. Dieses schnell, schnell, schnell, Informationen, Entscheidungen, Möglichkeiten. Es gibt ja auch psychologisch gesehen eine sogenannte Decision Fatique. Das ist eine quasi Entscheidungsmüdigkeit, eine Entscheidungserschöpfung. Und dem entgegenzuwirken, zu sagen hey, diese Langsamkeit, diese Achtsamkeit, auch im Alltag, diese Ruhe, das Weniger ist eigentlich das, was dich schnell glücklich macht und nicht dieses BÄM, BÄM, BÄM, höher schneller weiter, das noch, hier noch, da noch! Diese ganzen Möglichkeiten, die wir haben, das macht uns einfach nur irre.

Sprecher 1 (17:03)
Ja, das merkt man ja alleine schon daran, wenn man sich einfach mal in die Küche stellt und ohne einen Podcast zu hören nebenbei oder was weiß ich noch nebenbei zu machen, einfach eine halbe Stunde Gemüse schält und kocht. Sich nur auf das fokussiert, was man… Also das ist etwas, was mir dann immer wieder mal auffällt. Ich neige dann auch dazu, alles gleichzeitig machen zu wollen, um möglichst produktiv zu sein und merke, das erschöpft mich selbst. Und ich glaube, vielen Leuten geht es einfach so.

Sprecher 2 (17:34)
Absolut. Jede Minute zu nutzen, hier noch irgendwie was zu lernen, gerade für uns in unserem Beruf, irgendwie in der Firma unterwegs zu sein, uns auch selber ständig weiterbilden zu wollen. Das kenne ich total. Und was da glaube ich wichtig ist und was auch in diesem Satz steckt, ist sich mal bewusst zu machen, und ich weiß nicht, wie es dir da geht, aber welcher Jahrgang bist du? Wann bist du geboren?

Sprecher 1 (17:56)
90. 1990.

Sprecher 2 (17:56)
Ah, okay, guck mal, dann sind wir drei Jahre auseinander, dann weißt du auch noch total, was ich meine. Und zwar in meiner Kindheit und Jugend war das so, wenn ich irgendwo mit der S-Bahn hingefahren bin und das bin ich jeden Tag, weil ich mit der S-Bahn zur Schule gefahren bin irgendwann, dann waren Pausen automatisch in mein Leben integriert, weil ich manchmal so auf dem Bahnhof stand und auf die Bahn gewartet habe. Und dann stand ich da und habe auf die Bahn gewartet. Und wenn ich nicht gerade irgendwie eine Zeitschrift oder ein Buch dabei hatte, habe ich auch nichts anderes gemacht, als da zu stehen und zu warten. Das heißt, mein Gehirn hatte die Möglichkeit, Informationen und Reize zu verarbeiten, über Dinge nachzudenken und Pause zu machen. Und das ist wahnsinnig wichtig für unser Gehirn. Und das ist heutzutage nicht mehr, weil du heutzutage jede Minute an diesem Teufelsgerät verbringst. Du stehst auf dem Bahnhof und die Bahn hat vielleicht zwei Minuten Verspätung und du hast sofort auch dieses Gefühl davon, dass anderen Leuten mitteilen zu müssen, oder? Also dieses „ja, meine Bahn hat Verspätung“, so als würde das irgendwas ändern auch.

Sprecher 1 (19:02)
Als würde es auch irgendwen interessieren gerade so.

Sprecher 2 (19:06)
Genau. Ja, genau. Und du bist so permanent verbunden, also vermeintlich verbunden mit den Menschen in deiner Umgebung, so in deinem Dunstkreis. Du liest, du bist auf Instagram unterwegs und so. Und das kann wahnsinnig erschöpfend sein. Und das steckt auch in diesem Satz, diese Langsamkeit in sein Leben ab und zu einzuladen, vielleicht auch digital mal detoxen, um sich selbst die Chance zu geben, sich überhaupt wieder zu spüren. Weil ich glaube, diese Erschöpfung kennen ganz, ganz viele. Egal ob Frau oder Mann oder egal welches Alter und das hat einfach damit auch zu tun.

Sprecher 1 (19:42)
Ganz genau, definitiv. Es ist auch immer so ein schönes Beispiel für mich, wenn man dann im Supermarkt in der Schlange steht und es nicht schafft, diese drei, vier Minuten, die man jetzt in der Schlange warten muss, einfach nur zu gucken oder zu warten, sondern man holt das Handy raus. Es ist ein Reflex geworden wie blinzeln oder atmen oder wie auch immer.

Sprecher 2 (20:02)
Ist es. Ja, ein Automatismus. Ja, und man muss dazu sagen, und das ist auch ganz spannend dabei, dass wir nicht selber schuld sind in dem Sinne oder irgendwie einfach nur willensschwach oder so, dass wir das jetzt machen und dass wir so „boah, jetzt passiert mir das schon wieder“ und dann so abwertend mit uns selber sind, dass wir das machen, sondern wir werden ja gezielt süchtig gemacht danach. Also die Apps, die wir haben auf dem Handy, insbesondere die Socials, also Instagram, Facebook, WhatsApp, all sowas. Da werden Millionen, vielleicht sogar Milliarden reingesteckt, um Systeme und Features zu entwickeln, die uns so lange wie möglich dort halten, weil wir mit unserer Zeit natürlich bezahlen und uns Werbung eingespielt wird und damit auch Geld verdient wird. Diese Apps sind ja nicht umsonst. Und natürlich dieses, wir sind da drin dazu führt, dass permanent Glückshormone in uns ausgeschüttet werden, weil immer wieder irgendwas Neues uns triggert. So, dann ist da jemand live, dann ist da ein Ring, der blinkt, dann sagst du „Oh, da ist eine Person live, das willst du sehen“. Dann hast du was gepostet, dann willst du natürlich wissen, okay, wie sind die Reaktionen? Du willst Rückmeldung, du willst Feedback, du definierst dich darüber. Das ist dein Benzin. Und all das bringt uns dazu, dass wir immer wieder zum Handy greifen. Und es ist wichtig, uns das bewusst zu machen, dass wir da auch auf eine Art gesteuert werden, dass wir körperlich abhängig gemacht werden.

Sprecher 1 (21:28)
Ganz genau. Es gibt, glaube ich, auch eine sehr, ich weiß nicht mehr wie sie heißt, aber es ist eine sehr interessante Doku auf Netflix. Genau zu diesem Thema, das, was du gerade beschrieben hast.

Sprecher 2 (21:39)
Ja, habe ich auch gesehen.

Sprecher 1 (21:39)
Mir fällt der Name leider nicht mehr ein. Aber genau.

Sprecher 2 (21:43)
Ja, ist schon eine Weile her. Gibt auch ganz viele tolle Bücher zu dem Thema mittlerweile, die sich immer mehr mit der Nutzung von digitalen Medien auseinandersetzen und halt so dem Fluch und Segen davon. Ich bin immer riesen Fan, das nicht zu verteufeln, sondern halt zu sagen, das ist mega gut und das kann uns total dienen. Aber hoffentlich so, dass wir nicht so reaktiv damit umgehen, sondern irgendwie aktiv und bewusst und entschieden.

Sprecher 1 (22:08)
Sehr schön gesagt auf jeden Fall. Genau. Die nächste Aussage wäre…

Sprecher 2 (22:15)
Ach so, Punkt Nummer zwei.

Sprecher 1 (22:15)
Die nächste Aussage ist ein Klassiker. Ich finde aber auch darüber lohnt es sich noch mal zu reden. Das habe ich jetzt nicht das erste Mal auf deiner Website gelesen, sondern man hört es schon hin und wieder: „Zurück zu sich selbst finden“.

Sprecher 2 (22:29)
Kann ich mir kaum vorstellen.

Sprecher 1 (22:31)
Zurück zu sich selbst finden. Ja, also das ist, das klingt so, wie soll ich das sagen, ja, wie gesagt, man hat es schon gehört, aber ich glaube, wenn man sich das erst mal richtig durchdenkt, dann kommt man vielleicht auch zu Erkenntnissen über sich selbst, dass man vielleicht gar nicht momentan bei sich selbst ist. Dass man irgendwie ganz woanders ist, geistig einfach auf anderen Ebenen schwebt gerade weil man mit so viel Zeug oder mit so viel Fragen beschäftigt ist und man vergisst vielleicht so ein bisschen, sich selbst wieder in den Mittelpunkt zu stellen bzw. auf sich selbst zu hören. So, das wäre jetzt meine Interpretation. Jetzt bin ich gespannt, was du dazu sagst.

Sprecher 2 (23:21)
Es ist total schön, das von dir zu hören, weil das jeder natürlich anders liest. Das ist ja irgendwie die Magie auch in Worten und in gesprochenen oder geschriebenen und so ein Sender-Empfänger-Prinzip. Was ich damit meine, ist verschiedene Anteile in dir auch zu erkennen und laut werden zu lassen und nicht nur den einen Anteil, der im Moment vielleicht permanent irgendwie aktiv war. Also wir alle haben ja verschiedene Anteile, verschiedene Rollen in uns. Und es ist häufig so, dass eine bestimmte Rolle in uns am lautesten ist, weil die uns am meisten geliefert hat. Also z. B. So eine Aktivitätsrolle, in der wir machen, machen, machen, machen und damit natürlich erfolgreich sind in unserem Leben. Erfolg in Bezug auf ganz vielen Ebenen. Erfolgreich im Beruf oder im Finanziellen, in unseren Beziehungen, was auch immer und damit erfolgreich sind und dann denken, dass diese Aktivität ja das ist, was du machen musst, erfolgreich zu sein. Wir werden immer wieder darin bestätigt. Und aber letztendlich wir auch merken und das sind diese anderen Anteile in uns, dass da noch mehr ist und dass es immer eine Balance braucht. Also da wo Licht ist, ist auch Schatten. Das ist das Gesetz der Polarität. Da ist Ebbe, da ist Flut. Und dass wir uns damit auseinandersetzen zu schauen, wie können wir in eine Balance kommen und alle Anteile in uns mal hören? Weil wir häufig und das erlebe ich bei mir in der Arbeit mit den Frauen, das sind ganz dolle Macherinnen. Die haben ihr Leben voll im Griff, die sind ambitioniert, die können das. Die können auch alle Bälle gleichzeitig in der Luft halten. Und was denen aber fehlt, ist eben die Entspannung auf der anderen Seite. Und dieses einfach mal wieder atmen, einfach mal wieder bei sich sein. Einfach mal gucken „ah, was sind denn meine Bedürfnisse? So ist ja cool, dass ich permanent dabei bin, anderer Leute Bedürfnisse zu erfüllen, aber was sind meine?“. Und das steckt in diesem Satz „mal wieder zu dir finden“, zu diesem anderen Anteil in dir. Weil zu dir finden würde ja bedeuten, du wärst jetzt gerade im Moment gar nicht bei dir, das ist ja eigentlich Quatsch, weil du lebst halt nur einen anderen Anteil von dir aus. Und genau, ja, darum geht’s.

Sprecher 1 (25:30)
Ja, sehr cool. Ich glaube, dass das ein unheimlich wichtiger Punkt ist. Das hängt natürlich mit allem zusammen, was du ja bisher auch schon gesagt hast. Einfach nicht immer schnell machen, sondern auch mal langsam. Einfach nicht immer Zeug haben, sondern auch mal weniger Zeug. Und das hilft ja allein schon bei dieser, ich sag mal Selbstzentrierung, dass man sich da vielleicht einfach mehr um seine eigenen Bedürfnisse kümmert und mehr guckt, was habe ich eigentlich oder was mache ich eigentlich oder wer bin ich eigentlich? Klingt vielleicht schon…

Sprecher 2 (26:03)
Genau, wer bin ich? Und wenn ja, wie viele? Weil ich glaube, was wir auch alle kennen, ist, und da würde mich auch interessieren, wie du das vielleicht siehst, ist, dass wir häufig in diesem Wenn-dann-Szenario denken. So, wenn ich erst mal den neuen Job habe, dann bin ich glücklich. Wenn ich erst mal das Haus habe, dann bin ich glücklich. Wenn ich erst mal Kinder habe, dann hat mein Leben einen Sinn, dann kann ich wirklich Liebe fühlen. Und dass wir immer wieder in unserem Leben merken, das stimmt gar nicht. Das tritt gar nicht ein. Du erreichst den Job und kurzzeitig hast du ein Hoch und denkst su geil, geil, geil und dann ist es wieder vorbei. Und du denkst okay, aber jetzt bin ich an diesem Punkt angekommen und jetzt ist es wie als würdest du so einen Berg besteigen und du stehst oben auf der Spitze und siehst von da aus plötzlich andere Berge. Und da willst du dann auch plötzlich hoch und es geht immer so weiter. Und dass wir uns das bewusst machen und aus diesem Wenn-dann-Szenario einfach aussteigen und sagen, es geht gar nicht darum, im Außen immer irgendwelche Dinge zu erreichen, die uns dann glücklich machen, sondern sich mit uns selbst zu verbinden, auch glücklich im Hier und Jetzt sein zu können, das zu lernen, dankbar zu sein, achtsam zu sein, seine Bedürfnisse zu hören, auf den eigenen Körper zu hören, sich auf seine Freunde, Familie, Sozialkontakte zu konzentrieren, hat uns Corona auch mega gezeigt, wie wichtig das ist, dass wir unser unser Umfeld intakt haben.

Sprecher 1 (27:27)
Ganz genau. Ja, da du mich gerade auch nach meiner Ansicht gefragt hast, also ich kann’s nur bestätigen, ich kenn’s von mir selbst am besten. Immer wieder sich Ziele zu setzen. Sich Ziele zu setzen ist an sich keine schlechte Sache, es ist notwendig, um auch Dinge zu erreichen. Aber dann zu hoffen, dass dieses Ziel für dein Glück sorgt und dein Glück quasi mit jedem neu erreichten Ziel sich potenziert, das ist eben der Fehler. Und ich glaube, das machen, das verkennen viele Leute und das macht viele Leute eben auch unglücklich. Gerade wenn es um solche Dinge geht, um solche Ziele geht, die ja auch wirklich allein zeitlich oder unheimlich viel Zeit in Anspruch nehmen und es einfach dauert, bis man wirklich ein großes Ziel, oder um in deinem Bild zu bleiben, einen großen Berg bestiegen hat und dass man da dann merkt: „Fuck, wat jetzt? Jetzt habe ich das. Jetzt habe ich dieses Ziel erreicht nach jahrelanger harter Arbeit und irgendwie fühlt sich nichts besser an als vorher, aber gar nichts“. Also ich kenne das persönlich. Ich bin ja seit einigen Jahren selbstständig und ich glaube, als Selbstständiger kommt man mit solchen Dingen noch ein bisschen mehr in Berührung, mehr will ich gar nicht sagen, aber man kommt extrem viel in Berührung mit genau diesem, mit dieser Art Phänomen.

Sprecher 2 (28:54)
Auf jeden Fall.

Sprecher 1 (28:55)
Aber es bezieht sich ja nicht nur auf die Arbeit oder auf den beruflichen Kontext, sondern es kann irgendwas mit dem Sport zu tun haben oder mit einem Hobby oder…

Sprecher 2 (29:09)
Stimmt. Absolut. Und dieser ausgelutschte Spruch „Der Weg ist das Ziel. Du musst den Prozess lieben lernen.“

Sprecher 1 (29:17)
So wahr, so wahr!

Sprecher 2 (29:17)
Aber es ist genau so. Also wie schade wäre das auch? Das geht mir immer wieder dahingehend durch den Kopf, wie schade wäre das, wenn wir in unserem Leben immer nur uns zu einem bestimmten Zeitpunkt hin wünschen? Also wir alle kennen das so im Job. Also in meinem Angestelltenverhältnis war das oft so, dass wir das Wochenende herbeigesehnt haben, so „Boah, dann ist endlich Wochenende“ oder „dann ist endlich Urlaub“ und so und das ist natürlich auch schön, da irgendwie Zeit zu verbringen. Aber wie schade ist das, dass wir uns permanent Lebenszeit wegwünschen? Oder? Das ist doch mega schade. Und deswegen sollten wir und das ist auch damit gemeint, zu dir selber finden, hoffentlich doch bitte unsere wertvolle Lebenszeit, und es gibt ja nichts, was wertvoller ist als unsere Zeit, mit etwas verbringen, was uns irgendwie erfüllt. Also wo wir irgendwie das Gefühl haben, wir sein zu können, einen Beitrag zu leisten, am richtigen Ort zu sein, mit coolen Leuten zusammenzuarbeiten, uns irgendwie selbstwirksam zu fühlen. Weil das ist ja der Grund, weshalb wir hier sind. So jeder von uns will ja irgendwie eine coole Rolle innehaben und irgendwie das Gefühl haben „Ja, macht irgendwie Sinn, was ich mache, ist cool.“. Und wie schade wäre das, wenn wir das nicht haben und uns so permanent unsere Lebenszeit wegwünschen und auch den Prozess, das währenddessen nicht genießen können.

Sprecher 1 (30:35)
Aber es ist ja so, dass uns genau diese Sache, also genau dieses Wegwünschen der Zeit immer so im Alltag suggeriert wird. Wenn ich jetzt beispielsweise daran denke, ich höre eigentlich kein Radio, weil meistens nervt es mich, dann kommen Nachrichten, Nachrichten höre ich eigentlich auch nicht mehr so, aber das ist so… Immer wieder, wenn ich Radio höre, dann kommt eigentlich…

Sprecher 2 (31:01)
„Endlich Wochenende“.

Sprecher 1 (31:02)
Ja, „endlich Wochenende“ oder…

Sprecher 2 (31:02)
„Jeeyy, es ist Donnerstag, das heißt nicht mehr lange“.

Sprecher 1 (31:03)
Genau. „Wir haben heute Donnerstag, über die Hälfte der Woche ist schon geschafft. Endlich, ah geil!

Sprecher 2 (31:03)
Ja voll.

Sprecher 1 (31:04)
Und das ist so, das zeigt ja einfach, wie wir denken, wie wir ticken oder wie viele Menschen einfach ticken. Und so sollte es wirklich nicht sein. Deswegen finde ich es gut, dass du es hier noch mal gesagt hast. Es geht nicht darum, von Wochenende zu Wochenende zu hetzen, von Urlaub zu Urlaub. Der Rest des Jahres und das ist der absolute Großteil, der ist genauso relevant. Und ja, man muss halt lernen, diesen wieder zu nutzen. Ich weiß, das ist einfach gesagt, wenn man einen Job hat, der einen ankotzt. Entschuldigung für den Ausdruck, aber wenn man einen Job hat…

Sprecher 2 (31:41)
Oh, feel free. Ich bin sehr niveauflexibel. Schönes Wort übrigens.

Sprecher 1 (31:43)
Genau, ich wollte sagen, ich muss mich hier eher bei meinen Hörerinnen und Hörern entschuldigen. Ja, also ein Job, der dich nervt bzw. umgangssprachlich, der dich ankotzt. Dann ist es eben auch schwierig, so die Woche zu genießen, weil du verbringst acht bis zehn Stunden pro Tag in diesem Job mit diesem Chef, mit diesen Kollegen, wie auch immer. Aber…

Sprecher 2 (32:05)
Mit der Chefin.

Sprecher 1 (32:08)
Ja, genau. Aber ich glaube, es gibt…

Sprecher 2 (32:09)
Ja, absolut. Absolut. Also genau darum geht’s eigentlich, genau das zu hinterfragen und für sich klar zu machen „Wann wird mir das eigentlich suggeriert? Möchte ich das annehmen oder nicht?“. Auch für alle Frauen, ich weiß, das gilt auch für Männer aber für Frauen ist es noch viel, viel extremer, in Werbung und im Leben generell permanent gespiegelt zu bekommen „Du bist nicht genug. Du bist nicht genug im Aussehen.“ So, hier noch das Haarfärbemittel, da noch die Abnehmkur, da noch… Ganz ehrlich, es ist mir neulich aufgefallen, ist so’n kleiner Schwank in den Alltag, aber ich glaube, das passt auch ganz gut zu deinem Podcast und zu den Leuten, die jetzt hier zuhören und so. Es gibt eine deutsche Fernsehshow, die ich liebe und finde, das ist die beste deutsche Show überhaupt, will ich auch unbedingt mal mitmachen und das ist…? Weißt du welche?

Sprecher 1 (32:57)
Ich gucke keine Fernsehshows mehr.

Sprecher 2 (32:59)
Let’s Dance!

Sprecher 1 (33:00)
Let’s Dance, okay.

Sprecher 2 (33:00)
Ja, ich will unbedingt mal hin, ich muss mal irgendwann so groß werden, so eine große Influencerin oder Sinnfluencerin, dass ich da mitmachen kann. Wirklich gucke ich schon immer, ich glaube seit 15 Jahren oder so, also Wahnsinn. Und ich hatte jahrelang keinen Fernseher. Jetzt habe ich wieder einen Fernseher, was ja eher für mich als Bildschirm dafür genutzt wird, ganz ausgewählt Dinge zu gucken, die ich wirklich konsumieren möchte, weil ich da ja sehr, sehr achtsam bin. Aber hab das erste Mal Let’s Dance wieder so im Free TV gestreamt und dann also auch mit Werbung. Und ich war so schockiert, weil ich das erste Mal wieder Werbung gesehen habe seit Jahren und dachte krass, was da die ganze Zeit gezeigt wird und womit du bombardiert wirst und so. Das Epiliergerät brauchst du noch, da musst du dich noch rasieren, so musst du dir deine Haare färben, hier ist noch der neue Bikini. Und die Message, die dahinter steht, womit gespielt wird, ist ja permanent: „Du bist nicht genug. Du bist nicht genug.“ Und mich hat das total schockiert. Und ich glaube, dass es halt wahnsinnig wichtig ist zu verstehen, dass wir alle einfach mit unserer Aufmerksamkeit zahlen, mit unserem Geld, mit unserer Energie. Und dass es halt so wichtig ist, sich das bewusst zu machen „hey, was prasselt da auf dich ein? Willst du das denken? Willst du das nicht denken? Und womit möchtest du eigentlich deine Zeit verbringen? Und wo willst du eigentlich hin? Und was willst du eigentlich glauben?“ Ich glaube, das ist es. Was willst du glauben? Weil alles, was du glaubst ist wahr.

Sprecher 1 (34:35)
Klar, definitiv. Und alles beeinflusst dich dann in deinem Fokus, löst Gefühle aus, sorgt dafür, dass du dann ins Handeln kommst, zum Positiven wie zum Negativen. Genau das ist es.

Sprecher 2 (34:48)
Richtig.

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